Schausteller beklagen Witterung und wünschen sich auch 2018 Frühstart Weihnachtsmarkt: Drei Tage zusätzlich bessern Bilanz auf

Bielefeld (WB). Drei Tage lang soll es regnen, aber für Samstag wird trockenes Wetter voraus gesagt. Zur Erleichterung der Weihnachtsmarkt-Beschicker. Denn die Witterung mit Regen und Schnee habe dafür gesorgt, dass die Umsätze von 2016 wohl nicht mehr erreicht werden.

Von Burgit Hörttrich
Bei Regen und Schnee sind die Weihnachtsmarkt-Betreiber in den Verkaufshäuschen fast unter sich.
Bei Regen und Schnee sind die Weihnachtsmarkt-Betreiber in den Verkaufshäuschen fast unter sich. Foto: Hans-Werner Büscher

Der viel diskutierte Frühstart zum ersten Mal vor Totensonntag mit drei zusätzlichen Tagen habe letztlich die Bilanz aufgebessert. Auch für 2018 wünschen sich Schausteller einen Markt-Start vor Totensonntag.

»2016 war eine Jahrhundertveranstaltung«, sagt André Schneider, Vorsitzender des Schaustellervereins Bielefeld. »Vergangenes Jahr hatten wir sagenhafte 37 Tage Weihnachtsmarkt und dazu weitgehend ideales Wetter.« In diesem Jahr habe es durchaus Abende gegeben, an denen sich Besucher zwischen den Häuschen regelrecht einsam hätten fühlen können.

Wetter ist »Berufsrisiko«

Das Wetter sei »Berufsrisiko«, sagt André Schneider. Deshalb sei er froh, dass es möglich gewesen sei, bereits drei Tage vor Totensonntag die Buden – er bietet Heißgetränke wie Glühwein an – zu öffnen: »Damit haben wir wenigstens 34 statt nur 31 Tage.« Eine Woche sei »total verregnet« gewesen und er würde es »sehr begrüßen, wenn der Weihnachtsmarkt auch 2018 schon vor Totensonntag an den Start gehen könnte.«

Das wünscht sich auch Peter Schneider (Bratwurst), André Schneiders Vorgänger im Amt des Vorsitzenden. Er sagt: »Die ersten drei Tage waren toll, man hat gemerkt, dass die Bielefelder heiß waren auf den Weihnachtsmarkt.« Und: »Am Totensonntag sind die Verkaufshäuschen ja geschlossen geblieben.« Auch Eduard Krause (Senner Alm Hütte) erinnert sich gern an die ersten drei Tage des Weihnachtsmarktes: »Auch am vergangenen Wochenende lief es hervorragend, aber die Verluste wegen des miesen Wetters holen wir wohl nicht mehr auf.« Er und seine Kollegen setzen jetzt auf den kommenden Samstag. Krause: »Das wird der beste Tag des Marktes – wenn uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht.«

Weihnachtsmarktetat liegt bei 290.000 Euro

Es müsse Gespräche mit der Bielefeld Marketing geben, Veranstalterin des Marktes, meint André Schneider: »Vielleicht bleibt es bei der früheren Öffnung.«

Marketing-Geschäftsführer Martin Knabenreich betont aber: »Dieses Jahr war eine Ausnahme.« Die vorzeitige Öffnung solle nicht die Regel werden. Die Kosten für die Bielefeld Marketing seien gestiegen: Der Etat für den Weihnachtsmarkt liegt bei 290.000 Euro und kommt vor allem durch die gestaffelten Standgebühren (Standort, Angebot) zusammen. Trotzdem habe man diese Mehrkosten (noch) nicht auf die Betreiber von 105 Ständen umgelegt. Knabenreich: »Dabei haben wir höhere Ausgaben zum Beispiel für  den Einsatz von mehr Sicherheitspersonal.« Ob man den Status quo werde halten können, sei aber offen.

Peter Schneider sagt, er und seine Kollegen auf dem Altstädter Kirchplatz fühlten sich da nicht angesprochen: »Wir haben uns zusammen getan und beschäftigen eine eigene Security – natürlich auf eigene Kosten.«

Kommentare

Na klar

DAS war natürlich abzusehen, der aktuelle Weihnachtsmarkt ist noch nicht einmal vorbei, da kommen schon die "Wünsche", daß auch im nächsten Jahr wieder einige Tage früher geöffnet werden soll !
So ist es halt: Wenn man den kleinen Finger reicht, nimmt sich die Raffgier gleich die ganze Hand.
Das kommt dabei raus, wenn man einfach keine Grenzen setzt und nur noch Kommerz regiert.
Dabei gibt es in der nach-weihnachtlichen Woche doch sowieso schon Bonustage, aber klar, das reicht natürlich immer noch nicht.

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