Ausstrahlung am Heiligabend: einige Promis in der Zionskirche – Mikrofon-Panne ZDF zeichnet Gottesdienst in Bethel auf

Bielefeld (WB). Sonntag, 17. Dezember, 10 Uhr: Es ist Heiligabend, zumindest in der Zionskirche in Bethel. Das ZDF zeichnet eine Woche vor dem Weihnachtsfest den Gottesdienst für den Morgen des Heiligen Abends auf. Eine bis ins letzte Detail geplante 45-Minuten-Sendung läuft ab wie am Schnürchen – und dann geht doch noch etwas schief.

Von Uwe Koch

Ministerpräsident Armin Laschet und Ehefrau Susanne sind so pünktlich in der Zionskirche wie Oberbürgermeister Pit Clausen oder Christina Rau. Pastorin Elke Rudloff erklärt für die Evangelische Kirche Deutschlands (EKD) und fürs ZDF den Ablauf des Live-Gottesdienstes, als um 9.52 Uhr auch der letzte Ehrengast in der ersten Reihe erscheint: Euro-Parlamentarier Elmar Brok nimmt noch rechtzeitig seinen Platz ein.

Doch eigentlich hätte er sich gar nicht so zu beeilen brauchen, denn Pastor Ulrich Pohl (er feiert am Sonntag seinen 60. Geburtstag) muss den 600 Besuchern der Zionskirche verkünden: »Die Mikrofone sind ausgefallen.« Die minutenlange Konzentration, die zu äußerster Ruhe in der Kirche am Zionswald geführt hat, löst sich in ein entspanntes Gelächter auf.

Zwei Tage lang alles genau vorbereitet

Dabei hat das Team um Produktionsleiter Christian Kirdorf zwei Tage lang alles genau vorbereitet: Im Oktober werden während einer Vorbesichtigung in Bethel die Grundlagen geklärt. Seit Freitag sind dann 30 ZDF-Mitarbeiter und des »Skyline«-Filmteams in Bielefeld. Sie legen viele Meter Kabel, positionieren die Kameras und installieren die Scheinwerfer: »Neu­trales Licht für die Menschen«, das Innere der Kirche in kühles Blau und sanftes Gelb getaucht.

Am Samstag probt das Gottesdienst-Team dann den Ernstfall: Präses und EKD-Vize Annette Kurschus und Ulrich Pohl begrüßen die (imaginäre) Gemeinde. Als Krippen-Paten erklären Iris Winkel (55), Claudia Künzel (46), Ludwig Kirch (60) und Wolfgang Roos-Pfeiffer (55) ihre ungewöhnlichen Krippenfiguren – eine Rollifahrerin, eine Krankenschwester, einen Engel und einen Hirten. Die Paten stehen wie ihre Figuren für die Vielfalt Bethels. Sie symbolisieren das Leben, das in dieser in Deutschland einzigartigen Gemeinschaft pulsiert.

Bereits am Ostermontag ARD-Gottesdienst aus Bethel

Für diese symbolhafte Vitalität hat das ZDF-Team Porträts des Quartetts vorbereitet, die in »Einspielern« während des Gottesdienstes an Heiligabend die Besonderheit der von Bodelschwinghschen Stiftungen erklären werden. Dann läuft in der Generalprobe und am Sonntag ein Gottesdienst ab, der würdevoll auf dieses Weihnachtsfest einstimmt. Das Motto lautet daher »Willkommen und geborgen«; an Heiligabend, um 9.30 Uhr im ZDF. Anlässlich des Bethel-Jubiläumsjahrs gab es bereits am Ostermontag einen ARD-Gottesdienst aus der Zionskirche.

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