Aber die Initiative »Bielefeld natürlich« geht weiter gegen Campus Nord-Trasse vor
Mehrheit für Stadtbahnverlängerung

Bielefeld (WB). Trotz des Widerstands der Bürgerinitiative »Bielefeld natürlich« hat die Bezirksvertretung Dornberg einer Verlängerung der Stadtbahnlinie 4 zum Campus Nord mit Endhaltestelle Dürerstraße mehrheitlich zugestimmt. Die Gegner des Trassenneubaus wollen das nicht hinnehmen. Mit 1500 Unterschriften untermauern sie eine Petition, die den Bebauungsplan kippen soll.

Samstag, 02.12.2017, 17:00 Uhr
Protest mit 1500 Unterschriften gegen die Stadtbahnlinie 4 zum Campus Nord: Johannes Damsch, Andreas und Marc Brockhinke, Heinrich Dingerdissen, Stefan Pollpeter (von links) überreichen die Liste an Bezirksbürgermeisterin Frauke Viehmeister. Foto: Zeiger

Einen dicken Ordner mit den bisher gesammelten Signaturen überreichten Vertreter der Bürgerinitiative am Donnerstagabend an Bezirksbürgermeisterin Frauke Viehmeister. Sie sagte zu, die Akte im Rathaus an die zuständige Stelle abzugeben. Sprecher der Initiative wiesen darauf hin, dass der Widerstand fortgesetzt werde. Übers Internet laufe bis 28. März 2018 eine Petition, bei der weiter abgestimmt werden könne: www.bielefeld-natürlich.de .

Die Bewohner wehren sich dagegen , »den gesamten Bielefelder Westen zwischen Dornberg und Babenhausen im Rahmen einer stetigen Stadterweiterung zu bebauen und für künftige Bebauung vorzusehen«. Der Bau der Stadtbahnstrecke vom Lohmannshof bis zur Dürerstraße mit zwei Haltestellen bewirke Baukosten von gut 20 Millionen Euro und bringe kaum Fahrgastzuwachs. Alternative sei die Erschließung künftiger Gebäude auf dem Campus Nord.

Grüne und Linker lehnen die Planung ab

Grünen-Sprecher Paul John stellte hierzu fest, es gebe offenbar eine erhebliche Nachfrage für den Campus Nord, wie aus der Verwaltung zu hören gewesen sei. John bat darum, dass Baudezernent Gregor Moss die Bezirksvertreter informiert, was dahinter steckt. Die Grünen-Fraktion lehnte die Planung ab. Linken-Vertreter Bernd Vollmer stimmte auch gegen die Verlängerung. Ihn störe der große Bogen beim Lohmannshof, dieser führe zu längeren Fahrzeiten.

Für sinnvoll hingegen erachten CDU, SPD, Bürgergemeinschaft für Bielefeld (BfB) und der Liberale Timo Ettrich die Verlängerung. Winfried Huber (BfB) sieht einen »richtigen Schritt in die Zukunft« und rechnet damit, dass die Linien 4 und 3 künftig miteinander verknüpft werden. Jörg Sensenschmidt (SPD) erklärte, er nehme gerne die Annehmlichkeiten der Stadtbahn an, obwohl er nahe der Trasse wohne, Lärm und hohes Verkehrsaufkommen ertrage. Für die CDU-Fraktion betonte Hermann Berenbrinker, man habe die Vorlage »intensivst durchgearbeitet« und sei zu dem Ergebnis gekommen: »Dieser Weg ist richtig, davon sind wir überzeugt«.

74 Stellungnahmen

Die mehr als 100 Seiten dicke Beschlussvorlage des Bauamtes sowie die fast gleich umfangreiche Anlage mit Gestaltungs- und Nutzungsplan sowie textlichen Festsetzungen beinhaltet nach Angaben von Torben Sell (Stadtplanerbüro Claussen Seggelke Hamburg), 74 Stellungnahmen mit Hinweisen und Bedenken aus der Bevölkerung. Vieles wurde zur Kenntnis genommen, aber »alle Einwände wurden zurückgewiesen«, sagte Sell. In die Beschlussvorlage wurde mit aufgenommen, dass eine »bauliche Nutzung erst dann erfolgt, wenn die Bahnverlängerung realisiert ist«. Stadtentwicklungsausschuss und Stadtrat entscheiden als nächste Gremien.

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