Widerrechtliche Nutzung als Parkplatz – Erst 2018 Schranke geplant Neumarkt: 842 Knöllchen im Jahr wirkungslos

Bielefeld (WB). Eigentlich sollte der Platz Neumarkt bereits in diesem Jahr neu gestaltet werden, er bleibt jedoch bis zum Frühjahr 2018 ein Provisorium. Nach Auskunft des Baudezernates laufen die Ausschreibungen. Solange der Platz aber Provisorium ist, ist er gleichzeitig auch ein offenbar beliebter, wenn auch illegaler Parkplatz.

Von Burgit Hörttrich
Der Neumarkt wird als Parkplatz genutzt – verbotenerweise. Es gibt dafür Knöllchen, 2017 mehr als 500.
Der Neumarkt wird als Parkplatz genutzt – verbotenerweise. Es gibt dafür Knöllchen, 2017 mehr als 500. Foto: Bernhard Pierel

In der Bezirksvertretung Mitte gibt es eine Mitteilung des Ordnungsamtes, das einräumt, dass Kontrollen und Verwarnungen »keine nachhaltige Wirkung« zeigen würden. Im vergangenen Jahr seien auf dem Neumarkt 842 »Knöllchen« geschrieben worden, im laufenden Jahr 542. Die Falschparker seien Besucher der Zulassungsstelle, der Hotels oder der Post an der Herforder Straße. Es gebe aber auch Dauerparker. Die Zufahrt zum Neumarkt sei nur mit Schildern geregelt, als Hotelzufahrt und für den Lieferverkehr frei.

»Schranke eine gute Lösung«

Das Amt für Verkehr sieht eine Schranke als gute Lösung an. Eine solche Schranke würde es Hotelgästen erlauben, zum Be- und Entladen vorzufahren, ihr Auto auf Hotel-eigenen Parkplätzen oder in der Tiefgarage abzustellen, andere Autofahrer aber fernhalten.

Petra Thiede vom Stab des Planungsdezernenten sagt, dass eine Zufahrtsbeschränkung für den Platz vertraglich geregelt sei: »Sie kommt, wenn der Neumarkt im kommenden Jahr umgestaltet wird.« So sei das mit der Politik besprochen worden. Schon jetzt sei eine Zufahrt nur von der Paulusstraße aus für Hotelgäste und Lieferanten erlaubt, der Neumarkt selbst sei Halteverbotszone.

Drei Millionen Euro für Platzgestaltung

Für die Neugestaltung des Platzes stehen drei Millionen Euro zur Verfügung. 80 Prozent davon stammen aus Stadterneuerungsmitteln des Landes. Das Büro Lützow 7 ist verantwortlich auch für die Sanierung des Kesselbrinks. Geplant ist, den Neumarkt mit grauem Granitpflaster auszulegen, Bäume zu pflanzen und Spielangebote zu schaffen.

Ob nach Abschluss der Baumaßnahmen tatsächlich eine Schranke die Zufahrt regelt, ist laut Ordnungsamt noch nicht sicher geklärt. Zunächst seien die finanziellen Fragen zu klären. Geparkt werden dürfe »vermutlich« auf den privaten Flächen, die anders gepflastert seien, direkt daneben auf öffentlichen Flächen aber nicht.

Bislang habe der Bielefelder Verkehrsüberwachungsdienst aber noch kein einziges falsch geparktes Auto vom Neumarkt abgeschleppt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.