Stadt will Fußballtore an der Schulstraße abräumen und plant Lernort Natur statt Bolzplatz

Bielefeld (WB). »Für eine Bolzrunde eher ungeeignet, allein das naturnahe Ambiente überzeugt«, hieß es in einem Bolzplatz-Test, den das WESTFALEN-BLATT im vergangenen Jahr unter anderem an der Brackweder Fahnenspitze durchführte. Die Stadt hat die Kritik aufgegriffen und will den Platz jetzt umwandeln: in einen naturnahen Lernort.

Von Peter Bollig
Im WESTFALEN-BLATT-Bolzplatz-Test haben (von links) Jonte Feldhoff, Enzo Kröger und Moritz Oberwittler 2016 den Platz an der Schulstraße geprüft – und festgestellt: Das Ambiente ist toll, die Platzverhältnisse sind mäßig.
Im WESTFALEN-BLATT-Bolzplatz-Test haben (von links) Jonte Feldhoff, Enzo Kröger und Moritz Oberwittler 2016 den Platz an der Schulstraße geprüft – und festgestellt: Das Ambiente ist toll, die Platzverhältnisse sind mäßig. Foto: Bernhard Pierel

Natur und Bewegung – das ist aus Sicht der Stadt mit dem versteckt am Waldrand am Ende der Schulstraße, der so genannten Fahnenspitze, gelegenen Bolzplatz nicht so richtig gelungen. Das Amt für Verkehr will das Konzept jetzt anders angehen, das Positive am Standort – die Nähe zur Natur –, weiter herausarbeiten, sich vom Bolzen aber verabschieden: »Mit der Umwandlung des Bolzplatzes in einen Naturlernort soll gerade das naturnahe Ambiente besonders für das bewegte Lernen genutzt werden«, heißt es aus dem Amt für Verkehr, das auf die WESTFALEN-BLATT-Berichterstattung verweist.

Auch Bewegung wird gefördert

Vor allem Schüler und Kindergartenkinder sollen von dem Projekt profitieren. Die Frölenberg­schule liegt nur wenige hundert Meter von dem Gelände entfernt, hat von Dezember 2015 bis 2016 am Landesprojekt »Mehr Freiraum für Kinder« teilgenommen. Ein Kernpunkt des in diesem Projekt erarbeiteten Handlungskonzeptes ist es, in einem Umkreis von 1,5 Kilometern um die Schule einen Naturlernort einzurichten. Diese Lernorte sollen den Schülern als attraktive Orte des erforschenden Lernens dienen, heißt es in einem Bericht der Verwaltung. Im Rahmen des Unterrichtes vor Ort sollen die Kinder dort den Lebensraum Wiese und den angrenzenden Lebensraum Wald erkunden. »Neben bewegungsfördernden Aspekten wird durch die Erkundung des Naturraums wirksam einer Naturentfremdung begegnet«, heißt es aus dem Amt für Verkehr.

Indem die Kinder diesen Lernort im Unterricht oder in der Freizeit zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad erreichen, erwerben sie zudem »Kompetenzen in der sicheren Bewältigung von Verkehrssituationen«. Auch die Kita Arche Noah und die Schule am Lönkert liegen nur ein kurzes Stück von dem Gelände entfernt.

Umweltbetrieb spart Pflegekosten

Auf dem Bolzplatz am Ende der Schulstraße, in einem alten Steinbruch gelegen, sollen im Zuge der Umwandlung die Tore beseitigt und Wiesenflächen gefördert werden. Die Pflege durch den Umweltbetrieb soll sich darauf beschränken, Zugangsschneisen und Aufenthaltsbereiche zu mähen. Baumstämme sollen so platziert werden, dass sie Sitz- und Balanciergelegenheiten bieten. Um das Gelände sauber zu halten, werde ein Müllbehälter aufgestellt. Geplant ist auch, eine Tafel zu installieren, auf der die Frölenberg­schule den Naturlernort umschreibt.

Der Umweltbetrieb begrüßt die Planung. Durch die extensive Pflege würde der Arbeitsaufwand verringert, Kosten würden reduziert: um fast 3000 Euro pro Jahr. Die Bezirksvertretung Brackwede befasst sich mit dem Vorhaben in ihrer Sitzung am Donnerstag, 30. November, ab 16 Uhr im Saal des Bezirksamtes.

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