WDR setzt für Donnerstag geplante TV-Ausstrahlung kurzfristig ab Ärger um Doku über Middelhoff

Bielefeld/Köln (WB/OH). Der frühere Top-Manager Thomas Middelhoff kommt auch nach seiner vorzeitigen Haftentlassung nicht aus den Schlagzeilen: Die für morgen geplante Ausstrahlung einer TV-Dokumentation über den 64-Jährigen wurde vom WDR kurzfristig aus dem Programm genommen.

Der öffentlich-rechtliche Sender begründete die Entscheidung gestern mit dem Inhalt »einer vertraglichen Vereinbarung zwischen Thomas Middelhoff und dem Produzenten«, die dem WDR jetzt erst offengelegt worden sei. Sie räume Middelhoff »das Recht auf Mitsprache beim Drehbuch ein und darauf, den fertigen Film vor Ausstrahlung zu sehen. Vereinbarungen wie diese widersprechen den journalistischen Grundlagen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und sind für den WDR nicht akzeptabel«, teilt der Sender mit.

Die 45-minütige Dokumentation unter dem Titel »Thomas Middelhoff – Absturz eines Top-Managers« sollte heute in der Reihe »Menschen hautnah« ausgestrahlt werden. Auto Karlo Malmedie hatte hierfür mit Middelhoff, seiner Mutter, seiner früheren Sekretärin und seiner neuen Lebensgefährtin Gespräche geführt. Malmedie sagte gestern, die Entscheidung des TV-Senders komme für ihn völlig überraschend. Die Produktionsfirma »Moving Story Productions« aus Hamburg, die nach eigenen Angaben mehr als 300 Filmprojekte vor allem für ARD, ZDF und Arte realisiert hat, erklärte, sie sei noch in Gesprächen mit dem WDR.

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