Mutter und Kleinkind schwer verletzt Familie erleidet Rauchgas-Vergiftung

Bielefeld (WB/hz). Eine dreiköpfige Familie hat in der Nacht zum Mittwoch in ihrer Wohnung in der Bielefelder Innenstadt eine Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung erlitten. Die Mutter (35) und ihr Sohn (2) hatten so viel von dem farb-, geruch-, geschmacklosen und giftigen Rauchgas eingeatmet, dass sie stationär in einem Krankenhaus in Gadderbaum behandelt wurden.

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Symbolfoto Foto: dpa

Der Vater des Kleinkindes wurde nach ambulanter Behandlung wieder entlassen. Mögliche Ursache für die Vergiftung ist eine defekte Gastherme in der Wohnung der Familie in einem Vier-Familien-Haus an der Falkstraße unweit des Kesselbrinks.

Aufmerksame Mitarbeiter des Kinderkrankenhauses in Bielefeld-Bethel lösten am Abend um 21.34 Uhr bei der Berufsfeuerwehr Alarm aus. Wie Feuerwehr-Einsatzleiter Michael Graf berichtete, war die unter anderem an Kopfschmerzen und Schwindel leidende Familie in die Klinik zur Behandlung gefahren. Dort stellten Ärzte schnell fest, dass die Eltern und ihr kleiner Sohn unter den typischen Symptomen einer Kohlenstoffmonoxid-Vergiftung litten und informierten umgehend die Feuerwehr.

Feuerwehr rückte aus

Diese rückte sofort mit der Besatzung des Löschzuges von der Hauptwache zur eineinhalb Kilometer entfernten Falkstraße aus. Für die Retter war angesichts der zunächst unklaren Lage im Mehrfamilienhaus höchste Eile geboten. Kohlenstoffmonoxid blockiert den Transport von Sauerstoff im Blut und führt zum Ersticken, wenn man zuviel von dem Giftgas einatmet. Die Opfer merken in der Regel zunächst nichts von der Vergiftung. Typische Warnsignale wie Atemnot oder Husten gibt es nicht.

»Wir haben sofort alle Nachbarwohnungen im Haus kontrolliert. Dort wurde kein Gas festgestellt«, berichtete Einsatzleiter Michael Graf. Dann habe man auf den Vater warten wollen, der bereits auf dem Rückweg von der Klinik nach Hause war und die Wohnungstür aufschließen sollte. »Wir wollten nicht mehr Schaden anrichten als notwendig und haben daher zunächst darauf verzichtet, die Tür gewaltsam zu öffnen. Als wir aber erfuhren, dass sich in der Wohnung noch eine Katze befindet, haben wir dann doch die Tür aufgebrochen und das Tier lebend gerettet«, sagte Graf.

»Wir haben die Wohnung einmal kräftig quergelüftet«

Ein Messtrupp der Feuerwehr, der unter Atemschutz die Zimmer erkundete, bestätigte den Verdacht auf Kohlenstoffmonoxid-Austritt in der Wohnung der dreiköpfigen Familie. »Es wurden deutlich erhöhte Werte festgestellt«, sagte der Einsatzleiter. Mitarbeiter des ebenfalls alarmierten Gas-Notdienstes der Stadtwerke hätten die Gastherme in der Wohnung stillgelegt.

Vermutlich war das giftige Rauchgas entstanden, weil der Verbrennungsprozess in der Therme mangels ausreichender Sauerstoffzufuhr nicht richtig funktionierte. »Wir haben die Wohnung einmal kräftig quergelüftet und sind nach eineinhalb Stunden wieder abgerückt«, lautete das Fazit von Feuerwehr-Einsatzleiter Graf.

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