Staatsanwaltschaft legt Beschwerde gegen vorzeitige Freilassung ein Middelhoff muss bangen

Bielefeld (WB). Der wegen Untreue und Steuerhinterziehung verurteilte Bielefelder Top-Manager Thomas Middelhoff muss wieder um seine vorzeitige Freilassung aus der Haft bangen. Die zuständige Staatsanwaltschaft Bochum hat sofortige Beschwerde gegen den Strafaussetzungsbeschluss des Landgerichts Bielefeld eingelegt.

Von Oliver Horst
Thomas Middelhoff muss warten.
Thomas Middelhoff muss warten. Foto: Oliver Schwabe

»Die Beschwerde hat aufschiebende Wirkung«, sagt der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Oberstaatsanwalt Tim Engel. Das heißt, dass Middelhoff nicht freikommen kann, bevor das Oberlandesgericht Hamm über die Beschwerde abschließend entschieden hat. Damit ist höchstens kurz vor dem 26. November, eventuell aber auch erst nach dem eigentlich angedachten Tag der Freilassung zu rechnen.

Das Prozedere sieht vor, dass die Akten vom Landgericht Bielefeld zur Staatsanwaltschaft Bochum geschickt werden. Diese muss dann ihre Beschwerde begründen und die Unterlagen weiterleiten an die Generalstaatsanwaltschaft, die wiederum eine Stellungnahme verfasst und die Sache dann an das OLG gibt.

Auch Middelhoff und seine Anwälte können sich gegenüber dem OLG äußern. Das Oberlandesgericht ist letzte Instanz, dessen Entscheidung damit nicht angreifbar.

Sollte das Gericht den Strafaussetzungsbeschluss aufheben, müsste Middelhoff seine Strafe vollständig absitzen – oder zu gegebener Zeit eine Haftprüfung beantragen, um eine vorzeitige Entlassung wieder prüfen zu lassen. Der 64-Jährige verbüßt seine Haftstrafe seit Mai 2016 im offenen Vollzug in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne. Tagsüber arbeitet der Freigänger als Helfer in einer Behindertenwerkstatt.

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