»Bielefeld natürlich« fordert mehr Offenheit von Politik und Verwaltung
Runder Tisch zum Campusviertel

Bielefeld (WB). Die Arbeitsgemeinschaft »Bielefeld natürlich« im Verein »Pro Grün« fordert einen Runden Tisch zum Thema Campusentwicklung an der Universität. »Seit mehr als einem Jahr rumort die Katze im Sack«, sagte »Pro Grün«-Vorsitzender Prof. Dr. Tilman Rhode-Jüchtern am Freitag. Im Dialog mit den Bürgern müsse dringend geklärt werden, in welcher Richtung Politik und Verwaltung das Areal westlich von Universität und Fachhochschule entwickeln wollten.

Samstag, 21.10.2017, 12:04 Uhr aktualisiert: 21.10.2017, 16:32 Uhr
Eine Stadtbahnverlängerung zur Dürerstraße stört »Bielefeld natürlich«. Foto: Thomas F: Starke

In Bielefeld gebe es auch positive Beispiele für »Partizipationsaktivitäten«, so Rhode-Jüchtern. Das zeigten etwa der Runde Tisch zu den Konversionsflächen, also zu den Kasernen und Wohnsiedlungen, die die Briten freigeben, oder auch das Klimanetzwerk.

»Uns lässt man dagegen im Unklaren«, so AG-Mitglied Stefan Pollpeter. Dr. Andreas Brockhinke beklagte die widersprüchlichen Zahlenangeben, mit denen versucht werde, den Flächenbedarf westlich der Hochschulen zu begründen. Ursprünglich sei die Rede gewesen von einem Stadtquartier für bis zu 30.000 Menschen. Dafür sei eine Fläche von bis zu hundert Hektar im Gespräch gewesen. Zuletzt habe Planungsdezernent Gregor Moss von einem Bevölkerungszuwachs von rund 10.000 Menschen oder einem Bedarf von 5200 Wohnungen in der Gesamtstadt gesprochen. Solche Zahlen seien aber »aus der Luft gegriffen«. Das prognostizierte Wachstum bis zum Jahr 2045 betrage in der mittleren Variante des offiziellen Demografieberichtes der Stadt 2,3 Prozent. Das bedeute, dass die Stadt in den kommenden Jahren lediglich um knapp 8000 Menschen wachsen werde.

Gegen Verlängerung der Linie 4

Es werde gezielt der Eindruck erweckt, in Bielefeld gebe es einen Mangel an Bauflächen. »Dass das nicht so ist, zeigt die Rekordzahl von 1800 bereits genehmigten Bauprojekten«, meinte Stefan Pollpeter. Er trat auch dem Eindruck entgegen, die Mitglieder von »Bielefeld natürlich« wehrten sich pauschal gegen jede Form von Neubaugebieten. Gegen Vorhaben wie am Fürfeld oder an der Grünewaldstraße in Dornberg sei nichts einzuwenden. Ein Dorn im Auge ist den Mitgliedern der »Pro Grün«-Arbeitsgemeinschaft aber weiterhin die Verlängerung der Stadtbahnlinie 4 zur Dürerstraße. Hier sei auch die Behauptung von Planungsdezernent Moss falsch, dass eine Campus-Erweiterung nur mit der Stadtbahnverlängerung möglich sei. Auf schriftliche Nachfrage habe Moss erklärt, der entsprechende Bebauungsplan sei änderbar, er empfehle dies jedoch nicht. Solche Widersprüche seien es, die an einem Runden Tisch geklärt werden könnten. »Und das ist allemal besser, als am Ende vor Verwaltungsgerichten zu klagen«, so Rhode-Jüchtern.

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