Umweltamt will weitere Kleingewässer anlegen und Gänse bejagen – Jungstorch weg Johannisbachaue bald noch »storchenfreundlicher«

Bielefeld (WB). »Johannis II«, der Jungstorch, der in diesem Jahr in der Johannis­bach­aue geschlüpft ist, hat Bielefeld just den Rücken gekehrt: Er ist mit sieben Artgenossen weitergezogen. Egbert Worms vom Umweltamt denkt bereits an die nächste Brutsaison: Die Aue soll noch »storchenfreundlicher« werden.

Von Sabine Schulze
Zum zweiten Mal hat ein Storchenpaar in der Johannisbachaue gebrütet und Nachwuchs groß gezogen. Drei Storchennester gibt es dort. Damit Vögel, die sich dort niederlassen, genug Nahrung finden, soll die Aue mehr Kleingewässer bekommen.
Zum zweiten Mal hat ein Storchenpaar in der Johannisbachaue gebrütet und Nachwuchs groß gezogen. Drei Storchennester gibt es dort. Damit Vögel, die sich dort niederlassen, genug Nahrung finden, soll die Aue mehr Kleingewässer bekommen. Foto: Thomas F. Starke

Der Jungstorch ist ausgeflogen, das Elternpaar ist aber noch da . »Es ist bei Störchen durchaus üblich, dass sie sich sammeln und die Eltern den Nachwuchs dann quasi der Gruppe übergeben. Das ist Teil des Abnabelungsprozesses«, erklärt Worms. Er vermutet, dass die Kleingruppe zunächst in den Kreis Gütersloh weitergezogen ist: »Dort sammeln sich alle Störche aus unserer Gegend in den Feuchtwiesengebieten.« Wenn es dann bis zu 100 Tiere sind, die sich noch einmal satt fressen, brechen sie auf gen Afrika. Und mit Glück machen sie noch eine kurze Rast in Bielefeld. Auch die Storcheneltern werden sich über kurz oder lang einer Reisegruppe anschließen.

Die Zeit, bis die Störche hoffentlich im kommenden Jahr zurückkehren, will Worms nutzen. Zum einen soll der Rand des Nestes in der Johannisbachaue etwas befestigt werden, um Gefahrenquellen auszuschließen.

Kleingewässer und Blänken

Zum anderen aber will Worms dafür sorgen, dass die Störche auch im kommenden Jahr genug Nahrung finden. »Insgesamt haben wir jetzt in der Johannisbach­aue drei Nester und ein weiteres in der Lutteraue unterhalb der Müllverbrennungsanlage. Damit sind wir in Bielefeld gut ausgestattet. Das verlangt aber auch Amphibienschutz.«

Worms möchte deswegen weitere Kleingewässer und Blänken anlegen. Kleingewässer, erklärt er, sind bis zu 1,80 Meter tief und haben ganzjährig Wasser. Blänken sind nur einen guten halben Meter tief und fallen schon einmal trocken. Bevor ein Bagger für beides Boden abschieben kann, muss der Kampfmittelräumdienst überprüfen, ob es in der Aue – unweit des Viaduktes und der Bahntrasse, die im Zweiten Weltkrieg bombardiert wurden – Blindgänger im Boden gibt. Danach erst können die Gewässer angelegt werden.

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