Kunsthalle Bielefeld: Richard Kaselowsky wird nicht mehr erwähnt Tafel erinnert jetzt an Opfer des Krieges

Bielefeld  (WB/MiS). Bisher erinnerte eine Gedenktafel im Foyer der Kunsthalle auch an Richard Kaselowsky, den Stiefvater des Kunsthallen-Spenders Rudolf-August Oetker. Jetzt ist dort eine neue Tafel angebracht worden. Richard Kaselowsky, der in der NS-Zeit dem SS-Freundeskreis Heinrich Himmler angehört hatte, wird nicht mehr erwähnt.

Im Foyer der Kunsthalle ist jetzt eine neue Gedenktafel angebracht worden. Der Name Richard Kaselowsky findet keine Erwähnung mehr.
Im Foyer der Kunsthalle ist jetzt eine neue Gedenktafel angebracht worden. Der Name Richard Kaselowsky findet keine Erwähnung mehr. Foto: Hans-Werner Büscher

Der Austausch der Tafel geht zurück auf eine Vereinbarung zwischen der Stadt Bielefeld und dem Haus Oetker aus dem Jahr 2016. Beide Seiten hatten sich darauf verständigt, auf die Nennung des umstrittenen Oetker-Stiefvaters zu verzichten. Auch die Kaselowskystraße, an der früher das Oetkersche Wohnhaus gestanden hatte, ist inzwischen wieder in Hochstraße umbenannt worden.

Richard Kaselowsky war dort während eines Luftangriffs am 30. September 1944 zusammen mit seiner Frau Ida und ihren Töchtern Ilse und Ingeborg ums Leben gekommen. Auf dem Grundstück steht heute das Caroline-Oetker-Stift.

»Im Gedenken der Opfer des zweiten Weltkrieges unserer Stadt hat die Familie Oetker den Bau dieser Kunsthalle ermöglicht«, steht auf der neuen Gedenktafel. Der Text war vom Haus Oetker vorgegeben worden. Bisher lautete die Inschrift: »Den Opfern des zweiten Weltkrieges in unserer Stadt unter ihnen mein zweiter Vater Richard Kaselowsky. Rudolf August Oetker.«

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