Bundesweiter Vergleich: Bielefeld großzügiger als andere Großstädte Bello benötigt kein Extra-Ticket

Bielefeld (WB). Die Verkehrsbetriebe in Bielefeld sind tierlieb: Seinen Hund mitzunehmen, kostet hier nichts extra. Das sieht woanders anders aus: Der Finanzdienstleister Vexcash hat verglichen, was Bello & Co. in Bus und Bahn in den 20 größten deutschen Städten kosten.

Von Sabine Schulze
Mobiel ist so großzügig wie der Nahverkehr NRW insgesamt: Hundebesitzer dürfen die Vierbeiner kostenlos mitnehmen.
Mobiel ist so großzügig wie der Nahverkehr NRW insgesamt: Hundebesitzer dürfen die Vierbeiner kostenlos mitnehmen. Foto: Thomas F. Starke

In Dresden oder Leipzig etwa ist für Terrier oder Pudel fast so viel fällig wie für einen Menschen: Zwei Euro muss Herrchen hier berappen; das eigene Ticket schlägt mit 2,30 Euro zu Buche.

Bei Beschädigungen oder Verunreinigungen muss Herrchen zahlen

Auch die Anzahl der Vierbeiner, die kostenlos mitfahren, hat der Nahverkehr NRW nicht beschränkt: »Die Verkehrsunternehmen entscheiden eigenständig, wie viele Hunde eine Person mitführen darf«, sagt Annika Fritzlar von OWL Verkehr. Die Stadtwerke-Tochter Mobiel hat keine Grenze gezogen. Hier weist im übrigen die Stadt München eine Besonderheit auf: Der erste Hund reist auf lau, für jeden weiteren Vierbeiner sind Tickets 1,40 Euro fällig.

Allerdings, sagt Mobiel-Sprecherin Birgit Jahnke, seien Hundebesitzer in der Verantwortung für ihre Vierbeiner. Sollten zwei oder mehr Hundehalter mit ihren Tieren, die sich nicht grün sind, aufeinanderstoßen, appelliert Mobiel, sich gegebenenfalls zu verständigen. Und, klar, bei Beschädigungen oder Verunreinigungen haften Herrchen oder Frauchen und müssen etwa die Kosten für eine Reinigung übernehmen – wenn sie sich ehrlich melden oder das »Unglück« bemerkt wird.

Keinen Rechtsanspruch für die Fahrgäste

Allerdings: Auch wenn Hunde in Bielefeld und anderenorts in Nordrhein-Westfalen im Nahverkehr kostenfrei in Bus und Bahn mitgenommen werden dürfen, gibt es keinen Rechtsanspruch für die Fahrgäste. Ebenso muss eine Aufsicht garantiert sein. Und natürlich hat der Vierbeiner nichts auf den Sitzflächen zu suchen.

Nicht ganz so eindeutig ist der Transport von Fahrrädern geregelt. Grundsätzlich dürfen sie mitgenommen werden – wenn die vorhandenen Kapazitäten das zulassen. Mit anderen Worten: Während der Stoßzeiten können Bus oder Stadbahnfahrer es untersagen. Im Bus dürfen zudem nur »übliche« Fahrräder und keine Tandems oder Liegefahrräder mitgenommen werden, damit Platz für die Fahrgäste bleibt.

Fahrrad-Tages-Ticket

Für die Beförderung eines Fahrrades gibt es seit dem 1. August das Fahrrad-Tages-Ticket: »Es ist ganztägig für beliebig viele Fahrten im gewählten Geltungsbereich gültig«, sagt Annika Fritzlar. So kostet das Fahrrad-Tages-Ticket- für die Strecke Bielefeld – Herford 2,20 Euro.

Zum Vergleich: In Düsseldorf kostet der Drahtesel 3,40 Euro, während für den Einzelfahrschein für den Menschen nur 2,70 Euro fällig sind. Und auch in München kostet das Radl mehr als der reguläre Fahrschein, während es in Berlin für 1,90 Euro mitgenommen wird.

In Ostwestfalen gibt es allerdings auch Tickets, bei denen das Fahrrad inklusive ist: zum Beispiel das Tages-Ticket für eine bis fünf Personen. Beim Tages-Ticket für eine Person dürfen ganztägig bis zu drei Kinder zwischen sechs und 14 mitgenommen werden. Anstelle einer Person darf es aber auch ein Fahrrad sein, das dann nichts extra kostet. Falt- und Klappräder kosten übrigens nichts, sie werden kostenlos befördert.

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