Thorsten Kreft und sein Team drehen kreative Musikvideos Kiss, Queen und AC/DC in der Backstube

Bielefeld (WB). Ein Brötchen auf dem Besenstiel als »Mikro«, das Schlagzeug aus Plastikeimern, die Kostüme aus Silberfolie– mit jeder Menge Spaß und Kreativität rocken Bäckermeister Thorsten Kreft und sein Team die Backstube, wenn sie als die »Baker Street«-Band Musikvideos drehen.

Von Hendrik Uffmann
Die »Baker Street« mit (von links) Olaf Anders, Felicitas Kreutz, Domenic Kreft, Andreas Brase und Thorsten Kreft in der Backstube. Nach Feierabend ab 8 Uhr morgens dreht die Band dort Musikvideos mit selbstgebauten »Instrumenten«.
Die »Baker Street« mit (von links) Olaf Anders, Felicitas Kreutz, Domenic Kreft, Andreas Brase und Thorsten Kreft in der Backstube. Nach Feierabend ab 8 Uhr morgens dreht die Band dort Musikvideos mit selbstgebauten »Instrumenten«. Foto: Mike-Dennis Müller

Seit zweieinhalb Jahren produzieren Kreft (48), sein Sohn Domenic (24), Olaf Anders (48) – beide Bäcker–, Konditor Andreas Brase (54) und die Auszubildende Felicitas Kreutz (23) die Filme, bei denen sie ihre Leidenschaft für fetzige Musik ausleben. Zu Voll-Playback stellen sie nach Feierabend – also morgens ab 8 Uhr – berühmte Musikvideos nach wie etwa »I want to break free« von Queen. Oder sie kopieren mit improvisierten Outfits die Hard-Rock-Band Kiss, die bekannt ist für ihre schrillen Kostüme und schwarz-weiß geschminkte Gesichter.

Und dabei haben sie auch keine Scheu, als »Rampensäue« in einen schwarzen Minirock zu schlüpfen, sich falsche Bärte anzukleben, wenn sie auf ZZ Top machen und pinkfarbene Perücken zu tragen. »Unsere Freuden und Familien halten uns manchmal schon für verrückt. Aber im positiven Sinn«, sagt Olaf Anders lachend.

Fan-Gemeinde ist begeistert

Inzwischen hat sich »Baker Street« sogar eine Fan-Gemeinde »erarbeitet«, die manchmal schon nach einer neuen Produktion fragt, erklärt Thorsten Kreft. »Unsere Facebook-Seite haben 185 Leute abonniert, aber die Videos haben zum Teil fast 22 000 Klicks.«

Die »Band-Gründung« sei aus einer spontanen Laune heraus entstanden. »Im Radio lief ›Thunder­struck‹ von AD/DC, und dazu haben wir spontan gerockt, und unsere Auszubildende hat das gefilmt. Als wir das Ergebnis gesehen haben dachten wir uns: Das können wir besser, und haben uns an die Arbeit gemacht«, erzählt Kreft.

Also fingen sie an, sich »Instrumente« zu basteln. Andreas Brase befestigte kurzerhand einige Schrauben an einem Besenstiel, spannte Paketschnur darum, ein zusammengerollter Plastikbeutel als Trageriemen – fertig war die »Gitarre«. »Einmal haben wir sogar eine Gitarre aus Modelierteig gebacken« sagt Olaf Anders.

Kein Band-Mitglied beherrscht ein Instrument

17 Videos hat die »Band« inzwischen gedreht – zu Titeln von den Dire Straits über Marius Müller-Westernhagen, Billy Idol, Shakin Stevens und Joachim Witt bis hin zu Hans Hartz’ »Die weißen Tauben sind müde«. »Wenn einer von uns eine Idee zu einem neuen Lied hat, dudelt der Song tagelang bei der Arbeit. Dann schauen wir uns das Video dazu an, und schließlich drehen wir selbst, immer nach Feierabend«, erläutert der Bäckermeister. Und dann kann es sein, dass das Team, das morgens um 3 mit der Arbeit begonnen hat, noch bis 15 Uhr in der Backstube an der Engerschen Straße beschäftigt ist.

Den Namen »Baker Street« haben Thorsten Kreft und seine Mitarbeiter aus der Schildescher Musikszene bekommen. Im »C.ult« an der Schildescher Straße hatten sie bereits einen Voll-Playback-Auftritt, und bei »Sounds 0f Schildesche« am 31. August werden sie auf der Bühne an der Johannisstraße stehen. »Wir planen, dann auch einen neuen Song zu präsentieren«, so Thorsten Kreft. Ein Instrument beherrscht übrigens keines der Band-Mitglieder. »Ich konnte früher mal Bass spielen«, sagt Felicitas Kreutz. Und Chef Thorsten Kreft sagt lachend: »Ich kann höchstens auf dem Kamm blasen.«

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