Keine Verdachtsfälle – Stadt reagiert auf Anfrage des Landes Bielefelder Eier werden analysiert

Bielefeld (WB). Auch zehn Eier aus einem Bielefelder Legebetrieb werden derzeit in einem Krefelder Labor auf das Insektengift Fibronil, das millionenfach in Eiern gefunden wurde , untersucht. Allerdings liegt ausdrücklich kein Verdacht vor. Das Land will schlicht die Situation einschätzen können.

Von Sabine Schulze
Ein Zehnerpack mit Eiern eines Bielefelder Legebetriebes wird in einem Krefelder Labor auf Fibronil untersucht.
Ein Zehnerpack mit Eiern eines Bielefelder Legebetriebes wird in einem Krefelder Labor auf Fibronil untersucht. Foto: dpa

Flächendeckend sind Städte und Kreise angefragt und gebeten worden, Stichproben zu entnehmen, erklärt Dr. Ivo Lücke, beim hiesigen Gesundheits-, Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt für die Lebensmittelüberwachung zuständig. Ende vergangener Woche wurden daher der Eierpackstelle des größten Bielefelder Legebetriebes (mit konventioneller Haltung, also Bodenhaltung im Gebäude) zehn Eier entnommen. Am Montag wurden die Eier zwecks Analyse nach Krefeld geschickt, Lücke hofft noch in dieser Woche auf ein Ergebnis.

Fünf größere Geflügelbetriebe gibt es in Bielefeld, wobei »größer« allerdings relativ ist. Sie alle haben lediglich einige hunderte Legehennen und sind Direktvermarkter, beliefern also keinen Supermarkt. »Dennoch: Wer Eier vermarktet, muss sie sortieren und braucht dazu eine Packstelle«, erklärt Lücke.

Einen positiven Befund, also den Nachweis von Fibronil, erwarten aber weder Lücke noch Amtstierarzt Dr. Hans-Helmut Jostmeyer. »Bei der vergleichsweise geringen Tierzahl – andere Eierproduzenten im ländlichen Raum haben Zehntausende oder sogar Hunderttausende Hennen – dürfte das Problem kaum auftreten«, sagt Jostmeyer. Denn dann ist das Risiko eines Milbenbefalls – dagegen wird Fibronil eingesetzt – gering. »Ein höherer Besatz bedeutet ein höheres Risiko.« Zudem, betont Jostmeyer, hätten die Bielefelder Legebetriebe als Direktvermarkter zweifellos ein höheres Risikobewusstsein. »Der schlimmste Fall wäre für einen Landwirt, dass er als Produzent das Vertrauen verliert. Das will keiner riskieren.«

Klar ist natürlich, dass bei einem positiven Befund weitere Proben gezogen würden.

Die Massenhaltung von Legehennen ist durch den hohen Eierkonsum begründet: 18,6 Milliarden Eier wurden 2014 in Deutschland verzehrt, im vergangenen Jahr ist die Zahl noch etwas gestiegen. Pro Kopf wurden 235 Eier gegessen. Zwei Drittel der Produktion kommt aus deutschen Landen – allen voran Niedersachsen. Der Rest wird aus dem Ausland, vornehmlich aus den Niederlanden, zugekauft.

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