Stadtwerke Bielefeld und Gütersloh eröffnen Anlage zur Stromgewinnung in Eckardtsheim Windpark Hasselbach geht ans Netz

Bielefeld/Verl (WB). 7800 zusätzliche Haushalte in Bielefeld und dem Kreis Gütersloh können von sofort an mit regenerativem Strom versorgt werden. Möglich macht dies der neue Windpark Hasselbach an der Autobahn 2 zwischen Eckardtsheim und Verl. Die drei neuen Windräder, eines davon auf Verler Gebiet, sind am Mittwoch von den Stadtwerken Bielefeld und Gütersloh als Betreibern ihrer Bestimmung übergeben worden.

Von Markus Poch
Der Windpark nimmt seinen betrieb auf.
Der Windpark nimmt seinen betrieb auf. Foto: Thomas F. Starke

Auf Bielefelder Boden wächst damit die Zahl der Windkraftanlagen auf sechs: eine steht in Jöllenbeck, drei stehen in Brönninghausen, nun zwei neue in Eckardtsheim. Dank ihrer Gesamthöhe von 200 Metern sind sie auch aus den anderen Stadtteilen des Bielefelder Südens gut zu sehen.

Ginge es nach dem Wunsch der Stadt Bielefeld, würde die Energiewende mit zusätzlichen Anlagen dieser Art zügig vorangetrieben werden. Dazu hatte der Rat, wie berichtet, fünf Konzentrationszonen ausgewiesen.

Frage des Abstandes

Ob, wann und wo allerdings weitere Windräder aufgestellt werden, steht laut Umweltdezernentin Anja Ritschel derzeit in den Sternen. Denn im Koalitionsvertrag der neuen NRW-Landesregierung zeichne sich ab, dass die Mindestabstände von Windrädern zu Wohngebieten sich möglicherweise von aktuell 400 bis 600 auf 1500 Meter vergrößern.

»Dadurch könnten in Bielefeld bis zu 80 Prozent der in Frage kommenden Flächen wegfallen«, sagte Ritschel dem WESTFALEN-BLATT. Auch verantwortliche Stadtwerke-Mitarbeiter winken genervt ab: Das für alle Beteiligten unbefriedigende Motto »Warten Sie mal ein Jahr!« habe sich in der Branche durchgesetzt, wenn es um mögliche neue Windkraft-Standorte geht.

16 Millionen Euro Kosten

Gerade vor diesem Hintergrund nahmen Stadtwerke-Chef Friedhelm Rieke und sein Gütersloher Pendant Ralf Libuda die Anlage nach fünf Monaten Bauzeit euphorisch in Betrieb. Der Windpark kostet 16 Millionen Euro und soll pro Jahr rund 14 700 Tonnen Kohlendioxid einsparen – abzüglich seiner Herstellungs-, Transport- und Montagekosten.

In ihrer Funktion kontrolliert werden die unbemannten Kolosse von der Firma Vestas, dem nach eigenen Angaben größten Hersteller von Windkraftanlagen in Europa. Techniker vor Ort zu haben, sei laut Vestas-Mitarbeiter Florian Könker nicht erforderlich. Die Steuerung erfolge direkt aus dem dänischen Aarhus, wo der Konzern ansässig ist.

Per Aufzug zum Windrad

In enger Ansprache mit den Stadtwerken in Bielefeld und Gütersloh würde im Störungsfalle entschieden, wie zu verfahren sei. Ob im Notfall oder zur jährlichen Inspektion: Der Windrad-Techniker fährt per Aufzug bis ans obere Ende der Stahlröhre. Dann klettert er in die so genannte Gondel, um in 137 Metern Höhe Getriebe, Trafo, Generator, Hydraulik und Schaltschränke zu überprüfen.

Dort oben befindet sich auch eine Fledermaus-Horchbox, die in den kommenden zwei Jahren die Geräusche der kleinen Säuger aufzeichnen soll. 13 Arten wurden in dem Gebiet nachgewiesen. Die Auswertung der Statistik soll dabei helfen, die zum Schutz der Fledermäuse vorgeschriebe nen Abschaltzeiten der Rotoren zu minimieren.

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