Stationärer Handel mit Rekord in OWL Noch mehr Verkaufsflächen

Bielefeld (WB). Ostwestfalen-Lippe verzeichnet einen Rekord an Verkaufsflächen im stationären Einzelhandel –  trotz zunehmender Konkurrenz im Online-Geschäft.

Von Edgar Fels
Foto: Thomas F. Starke, Grafik: IHK, Montage: Stephanie Bremer

Das geht aus dem nach 2014 zum zweiten Mal aufgelegten »Handelsreport« hervor. Auf 25 Seiten beleuchten die Industrie- und Handelskammern Ostwestfalen zu Bielefeld und Lippe zu Detmold sowie der Handelsverband OWL die Entwicklungen in der Region im Vergleich zu 2014.

Insgesamt gibt es aktuell in der Region 1509 (2014: 1491) Einzelhandelsbetriebe ab einer Größe von 500 Quadratmetern, die zusammen eine Gesamtverkaufsfläche von 2,61 Millionen Quadratmeter (2014: 2,58) ergeben – was ungefähr der Fläche von 260 Fußballfeldern entspricht. Davon entfallen allein 921.460 (2014: 896 683) Quadratmeter auf das Sortiment Nahrungs- und Genussmittel.

In einzelnen Kreisen und Städten unterschiedlich

»Die Zahlen belegen, dass der Handel in Ostwestfalen-Lippe ein Treiber für vitale Innenstädte und die Ansiedlung von Dienstleistern und Gastronomie ist«, betont Harald

Stellten den »Handelsreport 2017« vor (von links): Thomas Kunz (Handelsverband), Hans-Joachim Schrader (Projektleiter, Münster), Maria Klaas (IHK Lippe), Harald Grefe (IHK Ostwestfalen) und Marco Rieso (IHK Ostwestfalen). Foto: Mike-Dennis Müller

Grefe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Ostwestfalen.

Die Verkaufsflächenausstattung in der Region sei in den einzelnen Kreisen und kreisfreien Städten unterschiedlich: Im Kreis Paderborn entfielen je 1,64 (2014: 1,60) Quadratmeter Verkaufsfläche auf jeden Einwohner, im Kreis Lippe beispielsweise 0,96 (2014: 0,88) Quadratmeter. »Insbesondere die Discountmärkte expandieren«, sagte Grefe. Sie würden größer, aber auch serviceorientierter.

Mit Blick auf ganz OWL beträgt die Verkaufsfläche je Einwohner 1,27 Quadratmeter. Rechnet man die Geschäfte unter 500 Quadratmetern hinzu, dürfte der Wert Projektleiter Hans-Joachim Schrader zufolge um etwa 20 Prozent steigen und damit über dem Bundesdurchschnitt von 1,45 Quadratmeter je Einwohner liegen. »Wir haben kein Mangel an Verkaufsflächen«, sind sich IHK-Geschäftsführer Grefe und Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes OWL, einig.

»Brutaler Verdrängungswettbewerb«

Gerade im Handel herrsche ein »brutaler Verdrängungswettbewerb«. Der Anstieg der Verkaufsflächen sei auch deswegen bemerkenswert,


Verkaufsfläche_OWL

weil das Wachstum im Onlinehandel zu Umsatzverlusten im Offlinehandel führe. Grefe: »Dies bedeutet einen Rückgang der Flächenproduktivität.«

Kunz zufolge haben sich die Online-Umsätze deutschlandweit in den letzten zehn Jahren vervierfacht. Ende 2017 würden wohl 49 Milliarden Euro erreicht. Kunz: »Das entspricht etwa zehn Prozent am Gesamtumsatz im Einzelhandel.« Trotzdem sei der stationäre Handel mit einem Marktanteil von über 80 Prozent die klare Nummer eins. Allerdings werde es gerade der Fachhandel in den mittleren und kleinen Kommunen zunehmend schwerer haben.

»Der Steuerung des Einzelhandels auf gewünschte Standorte kommt in jeder Kommune eine hohe Bedeutung zu«, sagt Maria Klaas, Geschäftsführerin der IHK Lippe. Dazu böten kommunale Einzelhandelskonzepte die entsprechende Grundlage. Sie sorgten dafür, dass die Attraktivität von Innenstädten und Ortskernen gestärkt werde und die Entwicklung auf der Grünen Wiese »zentrenverträglich« erfolge.

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