Uni Bielefeld startet mit Ausbildung Flüchtlinge als Hilfslehrer

Bielefeld (dpa). Die Universität Bielefeld bildet von September an erstmals Flüchtlinge zu Hilfslehrern aus. Für die 26 Plätze habe es 270 Bewerbungen gegeben, sagte eine Sprecherin der Universität Bielefeld.

Hörsaal an der Uni Bielefeld.
Hörsaal an der Uni Bielefeld. Foto: Oliver Schwabe (Archiv)

Die ausgewählten Teilnehmer stammen aus Syrien, Guinea, Afghanistan, Armenien, Irak, Iran und Pakistan. Am Ende der ein Jahr dauernden Ausbildung sollen sie etwa als Vertretungslehrer an Schulen in Nordrhein-Westfalen arbeiten können – eine Garantie dafür gebe es aber nicht.

Alle Beteiligten müssen den Angaben zufolge bereits in ihrer Heimat als Lehrer im Einsatz gewesen sein und einen entsprechenden Studienabschluss erworben haben. Sie machen zunächst einen intensiven Sprachkurs, setzen sich aber laut Uni auch mit dem Schulsystem auseinander und hospitieren mehrmals in Schulen. Unter den zugelassenen Teilnehmern sind 15 Männer und elf Frauen, sie müssen den Platz jetzt noch annehmen.

Teilnehmer müssen bereits Lehrer sein

Die Teilnehmer erhalten am Ende des Vollzeitprogramms ein Zertifikat – der kostenlose Kurs ersetzt aber kein vollwertiges Lehramtsstudium. Grundvoraussetzung für die Teilnahme ist das Sprachniveau B1.

Zunächst sind für das Programm »Lehrkräfte Plus« drei Kurse geplant. Initiatoren sind das NRW-Schulministerium, die Bertelsmann-Stiftung und die Landeskoordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren in NRW.

Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung könnten Hilfslehrer mit eigener Fluchtgeschichte beim Schulunterricht für Flüchtlingskinder die Bildungsintegration in Deutschland erheblich verbessern. Der Lehrerverband Bildung und Erziehung (VBE) begrüßt das Programm.

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