Reaktion auf Offenen Brief von IHK und Handwerkskammer Jahnplatz: Oberbürgermeister begrüßt Verkehrsversuch

Bielefeld (WB). Oberbürgermeister Pit Clausen hält es für »richtig und notwendig«, den Prozess zur Luftreinhaltung nicht zuletzt auch auf dem Jahnplatz aktiv mitzugestalten. In diesem Sinne antwortet er auf einen Brief von IHK, Handwerkskammer und Handelsverband, in dem mögliche Umweltzonen kritisiert werden. Die Messstationen zur Ermittlung der Stickstoffdioxidwerte seien »völlig unzureichend«.

Der Niederwall soll vom Jahnplatz getrennt werden. Was heute noch Fahrbahn ist, könnte ab 2018 als Bereich für Fußgänger und Radfahrer genutzt werden. Autofahrer müssten sich andere Wege suchen – oder auf Bus und Bahn umsteigen.
Der Niederwall soll vom Jahnplatz getrennt werden. Was heute noch Fahrbahn ist, könnte ab 2018 als Bereich für Fußgänger und Radfahrer genutzt werden. Autofahrer müssten sich andere Wege suchen – oder auf Bus und Bahn umsteigen. Foto: Thomas F. Starke

Pit Clausen dagegen schreibt, er begrüße ausdrücklich die Fortschreibung des Luftreinhalteplans. Er halte »Verkehrsversuche« wie die Abbindung des Niederwalls und die Einziehung von jeweils einer Fahrspur pro Richtung über den Jahnplatz auch für den richtigen Weg. Es würden zunächst keine großen baulichen Veränderungen vorgenommen, so dass »auf praktische Erfahrungen jederzeit flexibel reagiert werden kann.«

Clausen: Automobilindustrie steht in der Verantwortung

Der OB hofft auf den Zuschlag im Förderprogramm »Emissionsfreie Innenstadt«, denn dann habe die Stadt die Chance, »grundlegende, auch städtebauliche Verbesserungen am Jahnplatz« im Sinne auch einer attraktiven Innenstadt zu erreichen. Fahrverbote seien nur ein letztes Mittel, so Clausen. Es werde aber zur Zeit gegen gesetzliche Verpflichtungen verstoßen und so die Gesundheit der Einwohner gefährdet. Der OB weist darauf hin, dass die Stickoxid-Werte in der Innenstadt bereits seit 2010 die gesetzlichen Grenzwerte überschreiten würden.

Als Verursacher sieht Clausen die Automobilindustrie in der Verantwortung, die nicht etwa »Motoren effizienter gestaltet, sondern Abgaswerte manipuliert«. Er kritisiert auch, dass es vom Bundesverkehrsministerium keine Hilfestellung für eine »wirkungsvolle Luftreinhaltung in den Städten« gebe. Er vermisse »Bausteine zur Lösung der Pro­bleme in unseren Städten«.

Kommentare

Fördergelder?

Ja frag doch mal einer den OB woher denn die Fördergelder stammen. Nicht von der EH, nicht von der Bundes- oder Landesregierung! Nein, dass sind von den Bürgern eingesackt Steuergelder. Ich warte jetzt nur auf die nächste Gewerbe-/Grund - und Hundesteuererhöhung. Da kann der OB dann noch mehr Geld verhageln.

"Autofahrer müssten sich andere Wege suchen – oder auf Bus und Bahn umsteigen." Das ist genau richtig: Autofahrer werden sich sicherlich andere Wege suchen, jedoch nicht, um in die Innenstadt von Bielefeld zu gelangen sondern in andere attraktivere Einkaufsstädte, z.b. Osnabrück

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