ACE untersucht das Verhalten von Fußgängern mit Smartphones »Smombies« in Bielefeld

Bielefeld (WB/pan). Schnell noch eine WhatsApp-Nachricht im Gehen verfassen, ein Like bei Facebook setzen oder den Posteingang checken gehört heute für Fußgänger zum Alltag. Während es in der Fußgängerzone dabei manchmal zu ungewollten Kollisionen unter Passanten kommt, wird die Smartphone-Nutzung im Straßenverkehr schnell zur tödlichen Gefahr.

Werner Joachim (links) und Christoph Birnstein vom ACE zählen am Jahnplatz »Smombies« – also Menschen, die sich im Straßenverkehr vom Smartphone ablenken lassen.
Werner Joachim (links) und Christoph Birnstein vom ACE zählen am Jahnplatz »Smombies« – also Menschen, die sich im Straßenverkehr vom Smartphone ablenken lassen. Foto: Panhorst

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes sind 90 Prozent aller innerorts Verunglückten Radfahrer oder Fußgänger. Zu den Gründen zählen neben der häufigsten Unfallursache, der Rotlichtmissachtung, auch immer mehr die Ablenkung durch das Smartphone oder die Abkapselung durch Kopfhörer. Mit »Smombie«, einer Wortschöpfung aus Smartphone und Zombie, haben diese aufs Display fixierten Individuen inzwischen sogar eine eigene Bezeichnung bekommen.

Der ACE (Auto Club Europa), Deutschlands zweitgrößter Autoclub, veranstalte deshalb nun im Rahmen der Verkehrssicherheitskampagne »Finger weg!« deutschlandweit in 114 Kreisen Untersuchungen über die Nutzung von Handys in verschiedenen Altersgruppen. Auch in Bielefeld führte der ACE-Kreisclub Ostwestfalen-Lippe die Erhebungen durch. Unter anderem am Zebrastreifen vor dem Landgericht und an einer Fußgängerampel am Jahnplatz erfassten ehrenamtliche Mitglieder über einen abgestimmten Zeitraum die Zahlen von Fußgängern mit und ohne Smartphone im Gebrauch.

»Bei jungen Leuten ist die Smartphone-Nutzung relativ deutlich, bei den Jungs sind es etwa 25 bis 30 Prozent, bei den Mädchen fast 50 Prozent die nur auf ihr Handy schauen beim Überqueren einer Straße«, sagt Christoph Birnstein. Der Sprecher des ACE-Clubs OWL hatte sich selbst mit einem Klemmbrett am Jahnplatz positioniert und konnte das Geschehen direkt verfolgen. »Wer mit seinem Smartphone beschäftigt war, war meist so abgelenkt, dass er nicht einmal bemerkt hat, dass wir hier stehen«, erzählt das Kreisvorstandsmitglied.

Die in ganz Deutschland gesammelten Ergebnisse werden nun zusammengefasst und ausgewertet bevor sie im Herbst veröffentlicht werden.

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