Duo will Kneipe »2013« am Bielefelder Klosterplatz abgeben – neues Bestellportal Lieferdienst statt »2013«

Bielefeld (WB). Club- und Restaurantbetreiber sowie Vermieter: Jonas Wittenborn (26) und Nicolas Geipel (27) besitzen schon viel unternehmerische Erfahrung. Jetzt suchen sie aber einen Nachfolger für ihr Lokal »2013« am Klosterplatz. Denn sie haben ein Bestellportal für gastronomische Lieferdienste entwickelt.

Von Ulrike Ellerbrock
Die Unternehmensadresse bleibt gleich, auch wenn Jonas Wittenborn (links) und Nicolas Geipel für den Restaurant- und Barbetrieb des »2013« am Klosterplatz einen Nachfolger suchen.
Die Unternehmensadresse bleibt gleich, auch wenn Jonas Wittenborn (links) und Nicolas Geipel für den Restaurant- und Barbetrieb des »2013« am Klosterplatz einen Nachfolger suchen.

Viel Zeit, Geld und Herzblut haben sie seit Sommer 2013 in das Lokal gesteckt, doch Wittenborn sagt auch: »Ein eigenes Restaurant zu führen, ist nicht unser Lebenstraum. Wir wollen immer auch neue Branchen kennenlernen und experimentieren«, sagen die Gastronomen aus Steinhagen. Und jetzt sei eben die Zeit gekommen, sich auf das 2015 begonnene Projekt »Gustoco« zu konzentrieren.

Dahinter verbirgt sich ein Marketingkonzept für die Lieferdienstbranche. Gemeinsam mit ihrem dritten Geschäftsführer Jan Phillip Lindemann bieten sie ihren Kunden ein Bestellportal inklusive einer Website und einer App, mit denen die Restaurants Bestellungen abwickeln können. Besonders ist dabei, dass es kein Sammelportal ist, sondern jeder Kunde sein eigenes Online-Bestellsystem erhält.

Außerdem fallen keine Provisionen an wie bei vielen anderen Portalen. Die Pflege des Systems über ein Tablet oder einen PC übernehmen dann die Kunden selbst: Sie können jederzeit die Speisekarte und ihr Liefergebiet ändern oder ihre Stammkunden direkt mit besonderen Angeboten und Rabattaktionen ansprechen.

Kundenkartei wächst

Vom Erfolg ihrer Idee sind die beiden jungen Unternehmer überrascht worden. »Überwiegend kommen unsere Kunden bisher aus der Region bis nach Dortmund«, erzählt Wittenborn. Aber auch Lokale in Süddeutschland und in Berlin haben sie schon in ihrer Kundenkartei. Mittlerweile vertreiben sie »Gustoco« nicht mehr nur über Handelsvertreter sondern haben einen festen Mitarbeiter für den Außendienst angestellt. Ziel ist es, ein bundesweites Vertriebsnetz für Gustoco aufzubauen.

Dennoch wolle man nicht zu schnell wachsen: »Wir sind mit unseren Aktivitäten immer peu à peu größer geworden. Deshalb konnten wir uns bisher immer auch aus Eigenkapital finanzieren«, erklärt der gelernte Industriekaufmann Wittenborn.

Eventmanagement bleibt in der Hand

Außerdem bleiben schließlich die weiteren Firmen (der Dezibel-Club in Steinhagen und der Veranstaltungsbereich im ersten Stock des »2013«) in ihrer Hand. »Für den Veranstaltungsbereich haben wir vor einiger Zeit einen Eventmanager eingestellt, um alles noch professioneller organisieren zu können. Die Buchungen gehen schon bis 2018.« Gleichzeitig können sie so ihr Büro über dem »2013« weiter nutzen.

Vom Konzept des »2013« sind Geipel und Wittenborn immer noch überzeugt: »Wir haben mit dem Spagat zwischen Barkultur und Restaurant etwas umgesetzt, was uns selbst in Bielefeld gefehlt hat. Deshalb suchen wir nach dem geeigneten Gastronom, der das Konzept weiterführt.« Auch das Team soll nach Möglichkeit gleich bleiben. Gespräche mit mehreren Gastronomen sind in den vergangenen Wochen bereits geführt worden. Kurzentschlossene Interessenten können sich jedoch noch bei den Geschäftsführern melden. Sie betonen jedoch: »Wir möchten keinen Neueinsteiger, sondern gucken genau, wer passt.«

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