Förderzusage für Millionen-Projekt liegen vor – Nachfrage ist gewaltig Alpenzentrum im XXL-Format eröffnet im Herbst 2018

Bielefeld (WB). Aus dem »Alpenzentrum« an der Meisenstraße wird das »Alpenzentrum XXL«. Investiert werden sollen 3,8 Millionen Euro.

Von Burgit Hörttrich
Im Speicher 1 werden unter anderem auch künftige Trainer ausgebildet. Die Angebote dort sind aber allesamt überbucht.
Im Speicher 1 werden unter anderem auch künftige Trainer ausgebildet. Die Angebote dort sind aber allesamt überbucht. Foto: Büscher

Der Grundsatzbeschluss der Sektion Bielefeld des Deutschen Alpenvereins, das Kletterzentrum »Speicher 1« durch einen Neubau zu ersetzen, wurde Ende Oktober 2016 von der Mitgliederversammlung einstimmig gefasst. Inzwischen liegen die Förderzusagen vor – der Deutsche Alpenverein gibt 240.000 Euro dazu, aus der Sportpauschale der Stadt kommen weitere 570.000 Euro – und deshalb sei es möglich, so Volker Wilde, Ko-Vorsitzender des Alpenvereins, »noch eine Schüppe drauf zu legen« – zumal das Fördervolumen noch nicht ausgeschöpft sei.

Mit der Angebotsvielfalt wolle man »mehr als nur die Bergfreunde« erreichen. Die Kosten dürften 3,8 Millionen Euro nicht überschreiten. Die Finanzierung stehe. So kämen 500.000 Euro aus Eigenmitteln (Rücklagen), 2,5 Millionen Euro als Darlehn der NRW-Bank.

»Der Speicher ist total überbucht«

Wilde sagt, der Bielefelder Alpenverein mit seinen 3700 Mitgliedern habe ein »Luxusproblem«: Der Speicher 1, im zwölften Jahr in Betrieb, sei längst an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen. Pro Jahr kämen rund 20.000 Besucher, es gebe mehr als 500 Veranstaltungen vom Schnupperkurs bis zum Kindergeburtstag. Zudem sei der Speicher sanierungsbedürftig. Wilde: »Der Speicher ist total überbucht, wir müssen ihn manchmal wegen Überfüllung schließen.«

Klettern und vor allem Bouldern (Klettern ohne Kletterseil und Klettergurt an Felsblöcken, Fels- oder an künstlichen Kletterwänden) sei Trendsportart; einen regelrechten Hype verspricht sich Wilde ab 2022, weil dann Klettern olympisch wird. Durch das »Alpenzentrum« im XXL-Format sei man für die Zukunft gewappnet.

Durch den Neubau (Entwurf: ehw Architekten Brackwede plus Fachplaner) erhoffe man sich eine Steigerung der Mitgliedszahlen auf 4000 bis 5000 und strebe eine Verdoppelung oder gar Verdreifachung der Besucherzahlen an. Auch die Zahl der Kletterwandbetreuer soll von aktuell 50 möglichst verdoppelt werden. Wilde betont: »Bei uns steht Sicherheit an erster Stelle. Niemand klettert ohne Einweisung durch einen Trainer.«

Eröffnung am 29. September 2018

Geplant sind Kletterhalle (Höhe: 16,50 Meter), Boulderhalle (Kraftspeicher II), aber auch eine Ausweitung des Angebotes durch zusätzliche Schnupper- und Einsteigerkurse, Reha- und Präventionssport, Persönlichkeits- und Entspannungstraining, verbunden auch mit umweltpädagogischen Inhalten.

Die Geschäftsstelle zieht von der Marktstraße in den Neubau, es soll großzügige Sanitärbereiche, einen Raum für die Jugendarbeit, ein Foyer mit Bistro, dazu eine Außenkletterwand geben. Die Außenfläche werde mit sogenannten Sportgelegenheiten wie Flexline, Mini-Kletterwand oder Boulderspielen ausgestattet. Volker Wilde ist besonders wichtig, dass das »Alpenzentrum« barrierefrei wird.

Über das Grundstück werde mit der GAB ein Erbpachtvertrag abgeschlossen, auch die Zahl der hauptamtlich Beschäftigten (zur Zeit drei) solle steigen. Wilde: »Eine solche Anlage, die an sieben Tagen pro Wochen, an 360 Tagen pro Jahr geöffnet ist, benötigt einen Betriebsleiter.« Versprochen ist, dass dennoch die Mitgliedsbeiträge nicht steigen. Die liegen für Erwachsene bei 100 Euro pro Jahr, für Kinder bei 24 Euro. Wer klettert oder bouldert, zahlt eine Umlage. Volker Wilde betont, Geschäftsziel des gemeinnützigen Vereins sei es, in jedem Jahr einen ausgeglichenen Jahresabschluss (»Schwarze Null«) zu erzielen.

Fest steht der Termin der Eröffnung: der 29. September 2018. Wilde: »Exakt an diesem Tag wird die Sektion Bielefeld des Deutschen Alpenvereins 125 Jahre alt.«

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