Stadtwerke-Windpark Hasselbach läuft bereits im Probebetrieb Die Rotoren drehen sich

Bielefeld/Verl (WB). Deutlich schneller als geplant wird der Windpark Hasselbach mit zwei Windrädern auf Eckardtsheimer und einem Windrad auf Verler Gebiet fertiggestellt.

Von Peter Bollig
200 Meter hoch ragen die drei Windräder im Grenzgebiet von Eckardtsheim und Verl in den Himmel. Sie wurden schneller aufgestellt als erwartet.
200 Meter hoch ragen die drei Windräder im Grenzgebiet von Eckardtsheim und Verl in den Himmel. Sie wurden schneller aufgestellt als erwartet. Foto: Markus Poch

Alle drei Anlagen sind aufgestellt, ein erster Probelauf ist erfolgreich absolviert worden. Dabei ist laut Stadtwerke-Sprecherin Yvonne Liebold bereits Strom ins Netz eingespeist worden.

Vor allem das gute Wetter habe dafür gesorgt, dass der dänische Hersteller Vestas die 200 Meter hohen Windräder schnell aufstellen konnte. Auch die Havarie eines Rotorblattes bei einem Unfall auf der A 33 hat, wie berichtet, den Zeitplan nicht aus dem Ruder laufen lassen. Der bei dem Unfall zerstörte, 62 Meter lange Flügel konnte rechtzeitig ersetzt werden. Die Anlagen laufen Yvonne Liebold zufolge jetzt weiter im Probebetrieb. »Erst wenn die Datenverbindung zu dem Hersteller und zum Übertragungsnetzbetreiber aufgebaut ist, gehen die Anlagen in den Regelbetrieb«. Das soll noch im Juli geschehen. Die Datenverbindung sei wichtig für die Fernüberwachung.

Schneller als geplant

Ursprünglich waren die Stadtwerke Bielefeld und Gütersloh, die den Windpark gemeinsam betreiben, von einer Inbetriebnahme im August ausgegangen, hatten die Prognose zuletzt schon auf Juli korrigiert. Mit der Inbetriebnahme sollen auch die Rückbauarbeiten des Baufeldes beginnen, die spätestens im Oktober abgeschlossen würden.

Der neue Windpark soll etwa 21,9 Gigawattstunden Strom pro Jahr produzieren, genug für etwa 7820 Haushalte, und damit etwa 16 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen. Das Investitionsvolumen beträgt 16 Millionen Euro. Anwohner hatten das Projekt vor allem aufgrund der Nähe zu Wohnhäusern in Verl und einer bedrückenden Wirkung der Windräder kritisiert, allerdings auch mit Blick auf die Nähe zu Behinderten-Einrichtungen in Eckardtsheim. Sie befürchten Auswirkungen durch Infraschall, der an den Anlagen entsteht, insbesondere bei Epileptikern. Gutachter hatten dies allerdings ausgeschlossen, Klagen gegen das Projekt wurden nicht eingereicht.

Zweiter gemeinsamer Windpark

Bereits im Juli 2016 hatten die Stadtwerke Bielefeld und Gütersloh an der A 2 in Rheda-Wiedenbrück einen gemeinsamen Windpark mit fünf Anlagen für 29 Millionen Euro in Betrieb genommen. Die dort produzierte Energie reicht aus, um etwa 13 000 Haushalte zu versorgen. Zudem bauen die Stadtwerke Gütersloh für zwölf Millionen Euro im Gütersloher Stadtteil Kattenstroth einen weiteren, drei Anlagen umfassenden Windpark Gütersloh, der ab Herbst 2017 rund 5000 Haushalte mit Strom versorgen wird.

Die Stadtwerke Bielefeld verfügten bislang über Windparks an sechs Standorten. Diese haben eine Gesamtleistung von 26 400 Kilowatt. Damit können mehr als 21 000 Haushalte mit Windstrom versorgt werden.

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