Bielefelder Politiker stimmen für Zwangskastration Weil es zu viele Katzen gibt

Bielefeld (WB/HHS). Die Mitglieder des Sozialausschusses haben am Dienstag einstimmig bei Enthaltung der Linken eine Katzenschutzverordnung auf den Weg gebracht. Damit sollen freilaufende Hauskatzen künftig zwangsweise kastriert werden können.

Freilaufende Hauskatzen sollen zwangsweise kastriert werden können.
Freilaufende Hauskatzen sollen zwangsweise kastriert werden können. Foto: dpa

»Das Thema ist aus den Reihen der Tierschutzverbände an uns herangetragen worden«, sagte Ulrike Mann (Grüne). Obwohl die Bielefelder Tierschutzvereine in den vergangenen Jahren regelmäßig Kastrationsaktionen durchgeführt hätten, sei die Zahl der verwilderten Katzen (Wildlinge) sogar noch gestiegen, hatte die Paprika-Koalition aus SPD, Grünen und Bürgernähe/Piraten in einem entsprechenden Antrag geschildert.

»Katzenhaus platzt aus allen Nähten«

»Das Katzenhaus im Tierheim platzt aus allen Nähten«, sagte Sylvia Gorsler (SPD). Zudem sei der Gesundheitszustand vieler dieser Tiere erschreckend schlecht. Im Schnitt registrierten die Tierschutzvereine mehr als 300 kranke, junge Katzen pro Jahr, von denen zehn Prozent trotz Behandlung sterben würden.

Mit der Verordnung hätten Tierschutzvereine und Veterinäramt die Möglichkeit, gegen Katzenhalter vorzugehen, die eine Kastration ihrer Tiere ablehnen. Denn diese Katzen würden in großem Maße zur unkontrollierten Vermehrung und zum Leid der Wildlinge beitragen. Mit großem Widerstand rechnen die Koalitionäre nicht, weil sich bereits jetzt viele Halter für eine Kastration entschieden hätten.

Offene Fragen

Gleichwohl hatte Michael Weber (CDU) noch Klärungsbedarf, wollte vor einem Beschluss unter anderem die Kostenfrage beantwortet wissen. Michael Gugat (Piraten) räumte ein, dass insbesondere offen sei, wie mit Katzenhaltern umgegangen werde, die sich die recht kostspielige Kastration nur schwer werden leisten können.

Veterinäramtsleiterin Dr. Ruth Delius wies daraufhin, dass Voraussetzung für eine Katzenschutzverordnung eine gewisse Anzahl elend kranker Tiere sei. Ob die vorliege, müsse erst noch geprüft werden.

Die Verwaltung wird die offenen Fragen zunächst in einer der nächsten Sitzungen beantworten, ehe es zu einem Beschluss von Sozialausschuss und Stadtrat kommen kann.

Kommentare

Endlich! Es wäre sehr zu begrüßen, wenn auch in Bielefeld, wie in vielen anderen Gemeinden in der Region, Kastrationspflicht gilt!

nur

kastrieren?? Bei uns laufen jeden Tag im Umkreis von 300m mindestens 20 Katzen frei rum. Wie wäre es, diese den Jägern zur Verfügung zu stellen, oder endlich eine KAtzensteuer einführen und Leinenzwang. Ach ja und die Halter müssen für die Schäden haften.

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.