Albert Christmann stellt in Bielefeld die Jahresbilanz als erster nicht zur Familie gehörender Chef vor Schifffahrt bringt Oetker-Gruppe Umsatz-Rückgang

Bielefeld (dpa/WB). Die vor dem Verkauf stehende Schifffahrtsparte hat der Oetker-Gruppe 2016 ein Umsatz-Minus eingebracht. Die Gesamterlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent auf 11,7 Milliarden Euro.

Albert Christmann, persönlich haftende Gesellschafter der Oetker-Gruppe, spricht auf auf der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens.
Albert Christmann, persönlich haftende Gesellschafter der Oetker-Gruppe, spricht auf auf der Bilanzpressekonferenz seines Unternehmens. Foto: Bernd Thissen/dpa

Den größten Anteil am Rückgang hatte mit Minus 7,2 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro die Konzern-Tochter Hamburg-Süd, wie Albert Christmann* am Dienstag in Bielefeld mitteilte.

Der Umsatz bei Lebensmitteln legte mit einem Plus von 2,7 Prozent ebenso zu wie das Geschäft mit Bier (+1,2 Prozent).

Zum Gewinn macht das Familienunternehmen keine Angaben. Christmann sprach davon, dass die Oetker-Gruppe das Geschäftsjahr 2016 »zufriedenstellend abgeschlossen« habe.

Verkauf von Hamburg-Süd: »Spielraum für Investitionen«

Bei Oetker stehen große Veränderungen an. Bis Ende des Jahres wird der Verkauf der Schifffahrtssparte Hamburg-Süd an die dänische Reederei Maersk für 3,7 Milliarden Euro vollzogen – sollten die Kartellbehörden zustimmen. Damit bricht rund die Hälfte des Umsatzes von mehr als zwölf Milliarden Euro weg.

Nach Abzug von Verkaufskosten und Steuern rechnet Christmann mit einem Nettogewinn von mehr als zwei Milliarden Euro, der durch das Geschäft in die Oetker-Kasse fließt. »Mit dem Erlös haben wir dann mehr Spielraum für Investitionen als in der Vergangenheit. Das wollen wir nutzen«, sagte Christmann bei der Bilanz-Pressekonferenz. Bei der Entscheidung für den Verkauf von Hamburg-Süd habe das Unternehmen rechtzeitig das richtige Signal erkannt und gehandelt, sagte der Nachfolger von Richard Oetker.

Weltweit 33.600 Mitarbeiter

Investiert werden soll dann nicht nur in den Lebensmittelbereich. »Wir sind auf alle Sparten gleich fokussiert«, sagte Christmann. Er schränkte aber ein, dass die Situation für die Oetker-Gruppe nicht einfach sei. »In der Niedrigzinsphase gibt es bei potenziellen Übernahmekandidaten eine niedrige Verkaufsbereitschaft«, sagte der Manager. Der Druck, das Geld dann gewinnbringend neu anzulegen, läge dann beim Verkaufspartner. »Ich hoffe, dass sich auch in diesem Jahr noch das ein oder andere ergibt«, sagte Christmann.

Weltweit beschäftigt die Oetker-Gruppe 33.600 Mitarbeiter. Dabei bilden die Nahrungsmittel nach der Schifffahrt das zweite Kerngeschäft. Der Umsatz mit Pizza, Backpulver und Pudding kletterte auf über 3,0 Milliarden Euro. Mit Bier und alkoholfreien Getränken erlöste der Konzern 2016 mit der Radeberger-Gruppe 1,9 Milliarden Euro, mit Chemie und Hotels 278 Millionen beziehungsweise 146 Millionen Euro. Im Hotelgeschäft sorgten Terroranschläge in Frankreich für ein Umsatzminus von 2,4 Prozent.

* Als erster nicht zur Familie gehörender Chef stellte Albert Christmann das Zahlenwerk in Bielefeld vor. Anfang des Jahres hatte er die Führungsposition von Richard Oetker übernommen. Zwar hatte Christmann als Finanzchef bereits vor einem Jahr die Zahlen präsentiert. Damals war er allerdings nur eingesprungen, weil Richard Oetker vor der Pressekonferenz gestürzt war.

Kommentare

Alkohol Zucker TK Pizza zum Schaden aller

Oetker verdient seit Jahrzehnten sein Geld mit :
Hoch zuckerhaltigen Produkten
Alkoholproduktion und Verkauf
Tiefkühlwaren ( Pizza) hoch salz und zuckerhaltig

Stellt sich die Frage,ob das Alles wirklich so toll und klasse ist.

Oder geht das zu Lasten der Gesundheit der Menschen?

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