Bielefelder Christdemokraten zum Tod von Helmut Kohl »Eine große Persönlichkeit«

Bielefeld (WB). »Ein großer Deutscher, ein großer Europäer.« So würdigt Bielefelds Alt-Oberbürgermeister Eberhard David (CDU) den verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl.

Von Michael Schläger
Im Juni 2006 war Helmut Kohl (rechts) letztmalig in Bielefeld, besuchte die Marienschule. Begrüßt wurde er vom damaligen OB Eberhard David und Schulleiterin Carola Kähler, die bei dieser Gelegenheit das Bundesverdienstkreuz erhielt.
Im Juni 2006 war Helmut Kohl (rechts) letztmalig in Bielefeld, besuchte die Marienschule. Begrüßt wurde er vom damaligen OB Eberhard David und Schulleiterin Carola Kähler, die bei dieser Gelegenheit das Bundesverdienstkreuz erhielt. Foto: Hans-Werner Büscher

Die Nachricht vom Tod des Kanzlers der Einheit löste große Betroffenheit unter den Bielefelder Christdemokraten aus. Im Juni 2006 war David dem Alt-Kanzler zuletzt in Bielefeld begegnet. Es war auch Kohls letzter Besuch in der Stadt. Seinerzeit war er zu Gast in der Marienschule der Ursulinen, ein Termin, eingefädelt von seinem Vertrauten und Ex-Marienschüler, dem damaligen »Bild«-Chefredakteur Kai Diekmann. Und es war auch die Gelegenheit, bei der Schulleiterin Schwester Carola das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde.

»Sein Handeln hat mich geprägt«

»Ich bin ein Kohleaner«, bekennt CDU-Kreisvorsitzender Andreas Rüther. Er trat der Union im selben Jahr bei, als Kohl Kanzler wurde: 1982. »Sein politisches Handeln hat mich geprägt. Er ist der Kanzler der Einheit, er hat den Euro eingeführt«, sagt Rüther. Stolz ist er darauf, dass ihm Bielefelds CDU-Europaabgeordneter Elmar Brok in späteren Jahren noch eine kurze persönliche Begegnung mit Kohl ermöglicht hatte.

Viele dienstliche Begegnungen mit Helmut Kohl hatte der langjährige Geschäftsführer der Bielefelder und der OWL-CDU, Arnold Hildebrand. »Kohl-Besuche und -kundgebungen waren immer eine Herausforderung«, erinnert sich Arnold Hildebrand. Auch die erste Begegnung mit ihm 1980, im Wahlkampf für Franz-Josef Strauß. »Kohl war zum Redaktionsbesuch beim WESTFALEN-BLATT. Elmar Brok und ich haben spontan eine Kundgebung mit ihm vor Karstadt organisiert. Er wusste nur nichts von seinem Glück.« Dafür gab’s einen Einlauf – aber Kohl absolvierte den Zusatztermin mit Bravour.

Gutes Essen mit Weggefährten

Bei späteren Wahlkampf-Auftritten war es wichtig, stets einen Tisch in einem Lokal zu reservieren. »Wenn die Spannung des Auftritts von ihm abgefallen war, wollte er gut essen, lud Weggefährten dazu ein.« In sich ruhend, aber wenn es sein musste, bestimmend. So beschreibt Hildebrand Helmut Kohl.

Als Bundestagsabgeordneter in Bonn hat CDU-Ratspolitiker Detlef Helling den damaligen Bundeskanzler erlebt. »Gehen Sie mal in den Europausschuss«, hatte Kohl gesagt. Dann klappe auch die Zusammenarbeit mit dem Europaabgeordneten Brok.

»Beeindruckt war ich immer wieder von seinem Detailwissen«, erinnert sich Helling. Nicht nur dass sich Kohl im Kanzleramt bei Kaffee und Kuchen von der Tätigkeit einzelner Arbeitsgruppen berichten ließ. »Er hat sich bei solchen Gelegenheiten auch erkundigt, wie es gerade um Arminia Bielefeld steht.«

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