Kangal-Welpe aus der Türkei nach Bielefeld gekommen Hund an Staupe erkrankt

Bielefeld (WB). Bei einem Hundewelpen aus Jöllenbeck ist die hochansteckende Krankheit Staupe nachgewiesen worden. Der Kangal-Welpe kam Ende Mai aus der Türkei nach Bielefeld.

Ein ausgewachsener Kangal.
Ein ausgewachsener Kangal. Foto: dpa

Er wurde vom Züchter im Alter von ungefähr fünf Wochen viel zu früh von der Mutterhündin abgesetzt und ohne Impfschutz an den Bielefelder Käufer abgegeben. Dieser transportierte den Welpen nach einem Verwandtenbesuch in der Türkei mit dem Pkw nach Bielefeld.

Kurz nach der Einreise brach die Staupe bei dem mittlerweile acht Wochen alten Welpen aus, und der Hund zeigte bei der Vorstellung in der Tierarztpraxis deutliche Verhaltensauffälligkeiten. Das Tier wurde wegen fehlender Heilungsaussicht eingeschläfert.

Bußgeldverfahren eingeleitet

Gegen den Halter des Kangal-Welpen wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet, da die bei der Einfuhr von Hunden aus der Türkei nach Deutschland zu beachtenden tierseuchenrechtlichen und tierschutzrechtlichen Bestimmungen (Impfung gegen Tollwut im Alter von mindestens zwölf Wochen, Blutuntersuchung auf Antikörper gegen die Tollwut frühestens 30 Tage nach der Impfung und mindestens drei Monate vor der Einreise) missachtet wurden.

Staupe ist eine hochansteckende Virusinfektion bei Hunden und Wildtieren. Katzen können nicht an Staupe erkranken. Hunde, die sich mit dem Staupevirus infizieren, haben kaum Chancen auf eine Heilung. Ob andere Hunde in Jöllenbeck durch den Kangal-Welpen infiziert wurden, ist bisher nicht bekannt.

Amt warnt vor illegaler Einfuhr

Nach Einschätzung des Gesundheits-, Veterinär und Lebensmittelüberwachungsamtes zeigt der Fall deutlich die Risiken einer illegalen Einfuhr von sehr jungen und transportgeschwächten Welpen. Eine legale Einfuhr von Hunden ist aus Ländern mit Tollwutfällen wie der Türkei oder Serbien ist frühestens sieben Monate nach der Geburt möglich, aus tollwutfreien Ländern ist die Einfuhr geimpfter und Chipgekennzeichneter Hunde frühestens im Alter von vier Monaten möglich.

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