Pfand-Modell offenbar nicht durchsetzbar Rabatt-System für Coffee-to-go-Becher

Bielefeld (WB/bp). Coffee-to-go-Becher sind Umweltverbänden, Verbraucherberatung und dem Umweltbetrieb, der mit noch mehr Abfall fertig werden muss, ein Ärgernis. Der Umweltausschuss beschloss im Januar einstimmig, ein Konzept gegen die Einweg-Becher-Flut zu erarbeiten.

Einweg-Kaffeebecher verstopfen Abfallbehälter. Die Stadt sucht nach einer Lösung.
Einweg-Kaffeebecher verstopfen Abfallbehälter. Die Stadt sucht nach einer Lösung. Foto: dpa

Der Umweltbetrieb schlägt zum einen ein einfaches, einheitliches Rabattsystem für mitgebrachte Becher vor, zum anderen ein einfaches Pfandsystem. Beides sei allerdings noch nicht der große Wurf, räumt der Umweltbetrieb ein.

Innerstädtische Coffee-to-go-Anbieter seien in Gesprächsrunden gehört worden. Sie würden den Verkauf von Edelstahl-Thermobechern favorisieren. Die Becher könnten mit einem Bielefeld-Motiv versehen werden, bei der Wiederbefüllung kostete der Kaffee weniger als regulär. Als Franchise-Unternehmen habe nur »Starbucks« teilgenommen, Bereitschaft signalisiert, sich an einer »Bielefelder Aktion« zu beteiligen; andere würden ein »wie auch immer gestaltetes städtisches System ablehnen«.

»Freiburg-Souvenir«

Ursprünglich galt ein Pfandsystem mit preiswerten, eindeutig erkennbaren Bechern als Favorit. Teilnehmende Betriebe verkaufen Kaffee in diesen Bechern mit Pfandaufschlag, nehmen die leeren Becher zurück und zahlen die Pfandgebühr aus – so wie beim Glühwein-Verkauf auf dem Weihnachtsmarkt. Freiburg galt für dieses Modell als Vorbild. Die Bilanz dort gilt aber als »durchwachsen«: Die Stadt Freiburg hatte den teilnehmenden Betrieben zum Projektstart 15 000 Becher kostenlos zur Verfügung gestellt, schon drei Monate später mussten 10 000 Becher nachgekauft werden.

Die Becher gelten als »Freiburg-Souvenir«, der Sinn des Projektes sei im Bewusstsein der Kaffeetrinker noch wenig verankert. Der Umweltbetrieb glaubt, dass ein Rabatt-System eher Aussicht auf Erfolg habe. Dieses System könne mit einem »Bielefeld-Becher« unterstützt werden. Für die Einführung solcher Mehrwegbecher hätten Verbraucherzentrale und Andreas-Mohn-Stiftung ihre Unterstützung zugesagt.

Geschätzt wird, dass deutschlandweit pro Stunde 320 000 Coffee-to-go-Becher weggeworfen werden. Auf Bielefeld herunter gerechnet, wären das rein statistisch bei 34 Bechern pro Einwohner und Jahr 11,8 Millionen.

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