Asylbewerber (38) will in Bielefeld verschleppt und schwer misshandelt worden sein Entführung erfunden?

Bielefeld (WB/hz). Ein pakistanischer Asylbewerber (38) will nahe seiner Unterkunft in Bielefeld-Ummeln von drei Unbekannten überfallen, in ein leerstehendes Haus entführt, schwer misshandelt und seines Bargeldes beraubt worden sein. Beim für Straftaten dieser Art zuständigen Staatsschutz der Polizei Bielefeld wurde eine Ermittlungskommission gegründet. Erstes Fazit: Die Kripoermittler bezweifeln die Angaben des Pakistaners.

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Symbolfoto Foto: dpa

Den Angaben des angeblichen Opfers zufolge soll die Tat am 31. Mai gegen 22 Uhr geschehen sein. Der 38-Jährige ließ fast 24 Stunden verstreichen, bevor er Überfall, Entführung, Misshandlung und Raub bei der Kriminalwache im Polizeipräsidium anzeigte. »Der Mann hat sich am Abend des 1. Juni gemeldet«, sagte Polizeisprecherin Sonja Rehmert. »Wir haben das sehr ernst genommen. Eine neunköpfige Ermittlungskommission wurde gegründet«, fügte die Sprecherin hinzu. Der Pakistani sei sofort ärztlich untersucht worden, um seine schweren Verletzungen unter anderem auf dem Rücken zu dokumentieren.

»Wir haben Zweifel an den Darstellungen des Mannes. Aus den Vernehmungen haben sich Widersprüche ergeben«, fasste Polizeisprecherin Rehmert den aktuellen Stand der Ermittlungen zusammen. Ein Rechtsmediziner, der die von den angeblichen Entführern verursachten Wunden beim 38-Jährigen begutachtet habe, sei der Meinung, dass der Asylbewerber »sich die Verletzungen wahrscheinlich selbst zugefügt hat«.

Die Spurensuche der Kripo an dem Ort in Ummeln, wo der Pakistani überfallen und entführt worden sein will, sei ergebnislos verlaufen. Das Gleiche gelte für Zeugenvernehmungen vom gestrigen Tag. »Es ergaben sich weder be- noch entlastende Indizien«, sagte die Polizeisprecherin. Das leerstehende Gebäude, wo der Asylbewerber misshandelt und ausgeraubt worden sein soll, sei nicht gefunden worden. »Der 38-Jährige konnte uns das Haus nicht zeigen«, erklärte die Sprecherin.

Die Ermittlungskommission ist Polizeiangaben zufolge inzwischen von neun auf vier Kripobeamte verkleinert worden. »Trotzdem nehmen wir den Sachverhalt weiter sehr ernst und ermitteln in alle Richtungen«, sagte Polizeisprecherin Rehmert. Der Asylbewerber hat unterdessen gegenüber einer deutschen Flüchtlingsbetreuerin angekündigt, nach Pakistan zurückkehren zu wollen.

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