Noch sind mehr als 5300 Jugendliche in OWL ohne Ausbildungsvertrag – Aktion mit Unternehmen am 12. Juni Per Speed-Dating zur Lehrstelle

Bielefeld (WB). 80 junge Leute haben 2016 auf den letzten Drücker eine Lehrstelle gefunden – und die Firmen einen Azubi. Nun gibt es für beide Seiten eine erneute Chance: Für das Speed-Dating am 12. Juni an sechs Standorten in OWL haben sich 1300 Bewerber und 180 Firmen gemeldet – ein Rekord. 5350 Jugendliche sind aktuell noch ohne Ausbildungsvertrag.

Von Edgar Fels
Organisatoren und Teilnehmer des Speed-Dating (von links): Azubi Jakob Walger, Unternehmer Uwe Ulbrich, Azubi Finn Schulte, Rüdiger Matisz (Agentur für Arbeit), Klaus Binnewitt (Jobcenter), Swenn Binner (IHK), Marwin Schadwill (Handwerkskammer) und Zimmerer Hans-Peter Vorderwisch.
Organisatoren und Teilnehmer des Speed-Dating (von links): Azubi Jakob Walger, Unternehmer Uwe Ulbrich, Azubi Finn Schulte, Rüdiger Matisz (Agentur für Arbeit), Klaus Binnewitt (Jobcenter), Swenn Binner (IHK), Marwin Schadwill (Handwerkskammer) und Zimmerer Hans-Peter Vorderwisch. Foto: Edgar Fels

Nachdem Jakob Walger (22) die 11. Klasse auch »nach mehreren Anläufen« nicht geschaffte hatte, wollte er eine Lehre absolvieren. Doch auf seine Bewerbungen bei diversen Firmen, die ihm die Arbeitsagentur vorgeschlagen hatte, erhielt er nur Absagen.

»Durch Zufall bin ich auf das Speed-Dating gestoßen«, erzählt der Gütersloher – und da klappte es. Jakob stieß auf den Chef der Zimmerei Vorderwisch, Hans-Peter Vorderwisch. »Die Chemie passte. Jakob wusste auch, auf was er sich bei diesem Job einlässt«, blickt der Unternehmer des 20-Mitarbeiter-Betriebes auf das Gespräch vor ziemlich genau einem Jahr zurück. Nach einem einwöchigen Praktikum erhielt der Realschüler einen Ausbildungsvertrag – und ist bis heute zufrieden.

Der persönliche Eindruck zählt

Ähnlich erging es Finn Schulte. Der 22-jährige Paderborner hatte ein Informatikstudium begonnen. »Das entsprach aber nicht meinen Erwartungen.« Finn verließ die Uni im zweiten Semester. Auch er nahm spontan an dem Speed-Dating teil – und führte zwei Gespräche mit Unternehmern, eines davon mit Uwe Ulbrich, Geschäftsführer des Paderborner IT-Unternehmens Net at Work. »Wir suchten kurzfristig einen Fachinformatiker.« Ulbrich betont, ihm sei der persönliche Eindruck wichtig gewesen. »Das ist etwas anderes, als nur das Zeugnis zu sehen.« Finn hatte das in der Regel nur wenige Minuten dauernde Gespräch ebenfalls als »super« em­pfunden. Aber er hatte sich auch gut vorbereitet – womit er Ulbrich beeindrucken konnte. Auch hier folgte ein kurzes Praktikum – und Finn hatte den Ausbildungsvertrag in der Tasche.

Mit dem Tag der Ausbildungschance, wie das Speed-Dating auch genannt wird, werben die Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe, die Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen (IHK), die ostwestfälischen Agenturen für Arbeit, die Jobcenter sowie die Kreisverwaltungen und die Stadt Bielefeld für die Besetzung noch offener Ausbildungsstellen in der Region. In Vorstellungsgesprächen von wenigen Minuten haben die Jugendlichen die Chance, die Unternehmensvertreter von sich zu überzeugen. »Das Format des Speed-Dating hat sich seit mehr als zehn Jahren bewährt«, sagt IHK-Geschäftsführer Swen Binner.

Mehr Informationen gibt es auch der Hompage der IHK .

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