Buchhändlerin ärgert sich über Ignoranz der Verwaltung Paragrafen-Reitereistatt Entgegenkommen

Bielefeld (WB/kw). Die wochenlangen Bauarbeiten an der Hauptstraße, die zu Vollsperrungen ganzer Straßenabschnitte geführt haben, wirken nach. Buchhändlerin Dorothea Potthoff ärgert sich über das Ordnungsamt, das ihren Einwand gegen zwei Bußgeldbescheide lapidar mit Verweisen auf Paragrafen abgehandelt hat.

Buchhändlerin Dorothea Potthoff ärgert sich darüber, dass das Ordnungsamt nur nach Paragrafen geht.
Buchhändlerin Dorothea Potthoff ärgert sich darüber, dass das Ordnungsamt nur nach Paragrafen geht. Foto: Kerstin Sewöster

»Wenn die Einzelhändler schon Umsatzeinbußen wegen der Baustelle verkraften müssen, dann erwarte ich zumindest bei der Parksituation ein Entgegenkommen der Stadt«, sagt sie. Es gehe ihr dabei nicht um die 20 Euro, sondern vielmehr um Verständnis und ein Signal.

Während der Bauarbeiten, die sich fast über den ganzen April hinzogen, war Parken an der Hauptstraße unmöglich. Dass das zu Einnahmeeinbußen beim Einzelhandel geführt hat, bestätigte eine Umfrage des WESTFALEN-BLATTes. Dorothea Potthoff, Inhaberin der Buchhandlung Klack an der Hauptstraße 75, konnte aber auch die sechs geschäftseigenen Parkplätze hinter der Buchhandlung nicht erreichen. »Ich beliefere Großkunden wie Altenheime, bringe ganze Klassensätze mit Schullektüre zu den Schulen und hole auch Bücher von Verlagen ab. Da bin ich dann mit einer Sackkarre unterwegs«, erklärt die 60-Jährige ihr Dilemma während der Bauphase.

Ihren Wagen hat sie deshalb an der Normannenstraße unweit der Buchhandlung geparkt, wo eine Parkscheibenregelung gilt. »Ich kann nicht während der Geschäftszeiten meinen Wagen ständig umparken und habe eine entsprechende Information mit Angaben zu meiner Person und meinem Geschäft ins Auto gelegt«, erzählt Dorothea Potthoff. Ihre Bitte um Verständnis blieb jedoch ungehört. Zwei Knöllchen über jeweils zehn Euro steckten an ihrer Windschutzscheibe. »Es wären wohl noch mehr, aber ich war in diesem Zeitraum nicht täglich im Geschäft«, sagt Dorothea Potthoff.

Sie reagierte schriftlich auf die Knöllchen und erklärte sich dem Ordnungsamt. Doch das zeigte sich nur von seiner bürokratischen Seite: »Ihre Äußerung im Verwarnungsverfahren konnte Sie nicht entlasten. Der Tatbestand der Ordnungswidrigkeiten im Sinne der oben genannten Vorschrift ist erfüllt.« »Wenn man den Einzelhändlern schon Umsatzeinbußen zumutet, dann sollte die Stadt zumindest für kostenfreie Parkplätze oder Sondergenehmigungen sorgen – auch für die Kunden«, ärgert sich die Buchhändlerin.

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