Zehn Jahre Good Hope Centre – Verein betreibt Kinderheim und Schule in Tansania Konzept überzeugt die Spender

Halle (WB). Seinen emotionalsten Moment weiß Vorsitzender Peter Schulte sofort: »Das war der Tag der Eröffnung unseres Kinderheims und der Schule in Ngorika. Das hatten wir ja am Anfang so gar nicht vor.« Der Anfang liegt jetzt zehn Jahre zurück. So lange schon engagiert sich der Verein Good Hope Centre mit Sitz in Halle für Kinder in Tansania.

Von Klaus-Peter Schillig
Zur Eröffnung von Schule und Kinderheim in Ngorika gab es für jedes Kind ein Lebkuchenherz. So etwas hatten die drei Spaßvögel auf dem Foto noch nie gesehen – auch nicht, dass man von der Schrift ganz blaue Lippen bekommt.
Zur Eröffnung von Schule und Kinderheim in Ngorika gab es für jedes Kind ein Lebkuchenherz. So etwas hatten die drei Spaßvögel auf dem Foto noch nie gesehen – auch nicht, dass man von der Schrift ganz blaue Lippen bekommt.

102 Kindern – meist Waisen oder Halbwaisen – bietet das Heim in der Region Arusha ein ständiges Zuhause, insgesamt 280 Kinder zwischen sieben und 14 Jahren besuchen auf dem gleichen Gelände die Schule bis zur tansanischen Mittleren Reife , 178 stammen aus der näheren Umgebung und kommen täglich zu Fuß oder mit dem Bus ins »Happy Watoto Home and School«. Langjähriger Partner des Projekts ist der niederländische Verein »Stichting Happy Watoto«, der als Träger der Schule auftritt und ganz in der Nähe auch noch ein Heim für Kinder unter sieben Jahren betreibt.

50 Mitarbeiter und 280 Kinder

Peter Schulte aus Halle und sein Stellvertreter Frank Maser aus Gütersloh, Chef der Firma Umeta in Ummeln, Thomas Biermann aus Halle, Inhaber von Scan-Litho in Bielefeld, und die übrigen Mitglieder des Vereins haben es geschafft, in Ostwestfalen Gönner und Spender für den Aufbau des Heimes zu finden, sondern auch Spender aus ganz Deutschland, die den monatlichen Anteil von Good Hope an den laufenden Kosten tragen. Denn täglich bekommen alle Kinder ein Mittagessen, außerdem müssen 50 Mitarbeiter – Betreuer und Lehrkräfte – bezahlt werden.

Sie blicken zurück auf zehn Jahre Good Hope Centre. Von links: Vorsitzender Peter Schulte, Dr. Philipp Andrae (Hera), Antonella Elbrechter, Vize-Vorsitzender Frank Maser und Vorstandsmitglied Thomas Biermann. Foto: Klaus-Peter Schillig

»Jeder gespendete Cent kommt direkt in Tansania an«, bekräftigt Peter Schulte. Ein Konzept, das unter anderem die Geschäftsleitung des Engeraner Beleuchtungs-Herstellers Hera überzeugt hat. Das Unternehmen hat eins der Häuser des Kinderheimes bezahlt und übernimmt seitdem auch die laufenden Kosten für die 16 Kinder im Haus. »Das ist ein sehr gutes Konzept«, lobt Hera-Geschäftsführer Dr.-Ing. Philipp Andrae. Die Tatsache, dass alle Arbeit ehrenamtlich geleistet werde und jeder Cent in das Projekt fließe, sei für sein Unternehmen das Kriterium gewesen, sich zu engagieren. Dr. Andrae ist inzwischen auch Mitglied des Vereins. Wie Hera haben auch andere Spender ganze Häuser übernommen: Hildegard Barrelmeyer aus Halle hat Good Hope eine Erbschaft hinterlassen, Rock-Star Udo Lindenberg hat das Gemeinschaftshaus übernommen, weitere Hausnamensgeber sind die Bäckerei Bürenkemper, die Glasmanufaktur Ritzenhoff, die Gerry Weber AG, Umeta, die Kaffeerösterei Joliente aus Detmold und Harley Davidson Bielefeld.

Nachhaltig finanziert

»Für die laufenden Kosten sind wir auch dankbar für kleine monatliche Spenden von zehn Euro«, wirbt Vorstandsmitglied Thomas Biermann darum, den großen Geldgebern im Kleinen nachzueifern. Denn ehe über eine Vergrößerung des Heimes oder eine weiterführende Schule nachgedacht werde, erläutern Frank Maser und Peter Schulte, müsse das jetzige Projekt stabil und nachhaltig finanziert sein.

Die Erfolge jedenfalls können sich sehen lassen: Die ersten Schulabsolventen haben mit finanzieller Unterstützung der deutsch-niederländischen Träger schon eine Ausbildung begonnen oder eine weiterführende Schule in der Umgebung besucht. »Wir unterstützen sie so lange, bis sie eigenes Geld verdienen«, sagt Frank Maser. Und für eine berufliche Karriere stehen die Chancen gut, denn die Kinder absolvieren fast den gesamten Unterricht in Englisch, außerdem gehört die 2011 eröffnete Schule bei der Lernstandserhebung 2016 schon zu den besten landesweit. »Es macht sich bemerkbar, dass sich um Kinder gekümmert wird«, meint Dr. Andrae. Auch in Sachen Gesundheit und Fitness übrigens. Die junge Handballmannschaft schaffte es jüngst bis ins Landesendspiel. Die Fußballer wollen ihnen nun nacheifern.

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