Modehaus sucht bislang vergeblich Ausweichquartier in einer 1-a-Lage in der City Sinn-Leffers: ein Jahr Umbaupause

Bielefeld (WB). Vom 1. September an ist das Modehaus Sinn-Leffers an der Bahnhofstraße geschlossen – für voraussichtlich ein Jahr. Im Herbst 2018 soll Wiedereröffnung sein. Das Haus, erst vor acht Jahren renoviert, wird kernsaniert und inklusive der Fassade komplett neu gestaltet .

Von Burgit Hörttrich
Am 1. September schließt Sinn-Leffers für eine einjährige Umbaupause. Bis dahin läuft der Räumungsverkauf.
Am 1. September schließt Sinn-Leffers für eine einjährige Umbaupause. Bis dahin läuft der Räumungsverkauf. Foto: Thomas F. Starke

Bis Ende August ist Räumungsverkauf: Zehn Prozent Rabatt gibt es zur Zeit beim Kauf regulärer Ware, 20 Prozent auf Teile des bereits reduzierten Sortiments.

Filialleiter Lutz Hockemeyer betont, das Haus habe jetzt Planungssicherheit. Schließlich hatte das Unternehmen zum 1. Dezember 2016 Insolvenz angemeldet, der Geschäftsbetrieb in den 22 Filialen lief aber weiter. Die Gläubigerversammlung müsse jetzt am 21. Juni dem Insolvenzplan zustimmen. Das Unternehmen geht von einem positiven Abschluss des Verfahrens aus. Sinn-Leffers ist Mieter der Immobilie. Eigentümer ist die Redevco mit Sitz in Amsterdam, die auch einen Bauantrag gestellt hat. Der Mietvertrag mit Sinn-Leffers läuft bis 2023.

Die 7000 Quadratmeter Verkaufsfläche aktuell sollen auf rund 5500 reduziert werden. Während das Änderungsatelier bleibe, das Café (jetzt: 30 Quadratmeter) an die Bahnhofstraßenseite umziehen solle, sollen 1500 Quadratmeter Fläche untervermietet werden, separat und getrennt von Sinn-Leffers.

Beim Umbau vor acht Jahren habe man bereits Flächen an das Drogerie-Unternehmen Müller abgetreten, sagt Hockemeyer. Beim Umbau sei dann aber mehr in die Optik als in die Substanz des Gebäudes investiert worden. Jetzt solle auch die Technik komplett überholt werden: Klimaanlage, Brandschutz. Rolltreppen, Aufzüge, aber auch Ladenkonzept und Warenpräsentation würden aufgewertet.

Sinn-Leffers suche, so Hockemeyer, einen Übergangsstandort, um den Geschäftsbetrieb während des Umbaujahres aufrecht erhalten zu können. Dafür kämen jedoch nur Flächen in »1 a-Lage oder allenfalls 1 b-Lage« in Frage. Hockemeyer, seit drei Jahrzehnten für Leffers, dann Sinn-Leffers tätig: »Solche Flächen kenne ich nicht hier in der City.«.

Zur Zukunft der 60 Mitarbeiter sagt Hockemeyer, dass ein Teil der Verträge auslaufe. Gebe es kein Ausweichquartier, müssten die Mitarbeiter die Umbauzeit mit Kurzarbeitergeld überbrücken. »Wir sind sehr daran interessiert, sie zu halten.« Eigentlich war der Umbau bereits ab März vorgesehen. Durch das Insolvenzverfahren sei der Zeitplan aber nicht haltbar gewesen.

Leffers ist seit 1932 an der Bahnhofstraße ansässig. 1997 fusionierten Sinn und Leffers. Von 2001 bis 2005 gehörte das Unternehmen zum Essener Karstadt-Quelle-Konzern, bis es von der Deutschen Industrie Holding (DIH) übernommen wurde. 2012 erwarb die Familie Wöhrl alle Anteile an Sinn-Leffers. Die Unternehmenszentrale ist in Hagen.

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