Nur vom Turm der Sparrenburg ist die Aussicht noch spektakulärer Hoch hinaus beim »Leineweber«

Bielefeld (WB). Nur vom Turm der Sparrenburg (218 Meter über Normalnull) oder vom Dach des Telekom-Hochhauses (95,5 Meter) wäre die Aussicht noch spektakulärer gewesen. Aber auch  auf dem Leinewebermarkt geht es hoch hinaus. Mit und ohne Nervenkitzel. Mit und ohne Fahrchip.

Von Burgit Hörttrich
Abheben zum Nervenkitzel: 24 Mutige tragen die Sitze des »Hangover« auf eine Höhe von 80 Metern. Von dort aus beginnt der freie Fall in die Tiefe. Dauer: 3,6 Sekunden.
Abheben zum Nervenkitzel: 24 Mutige tragen die Sitze des »Hangover« auf eine Höhe von 80 Metern. Von dort aus beginnt der freie Fall in die Tiefe. Dauer: 3,6 Sekunden. Foto: Bernhard Pierel

Für die Variante »ohne Nervenkitzel« (und ohne Eintritt) haben sich zum Beispiel Stella Molck und Nikolaus Meyerbröker entschieden. Das Paar nutzt die Chance, den Turm der Altstädter Nicolaikirche zu besteigen. Und ein paar Selfies zu machen. Mit der Sparrenburg im Hintergrund.

Die Aussichtsplattform liegt in 40 Meter Höhe, 174 Stufen führen zunächst durch den mittelalterlichen Turmstumpf, dann vorbei am Glockenspiel. Dem Himmel ganz nah.

Von oben bietet sich beim buchstäblichen Rundgang ein Ausblick bis zum »Hermann«. Oder eben auf das Stadtfestgeschehen rundherum. Turmbesteigungen sind noch möglich an diesem Samstag um 17 und 19 Uhr, an diesem Sonntag um 14 und 16 Uhr.

In diesem Jahr bieten gleich drei Fahrgeschäfte die Möglichkeit, noch höher hinauf zu kommen als auf die 40 Meter, die der Kirchturm bietet. In Gelassenheit genießen können den Blick auf Bielefeld die Fahrgäste des Riesenrades, das sie in den Gondeln auf maximal 42 Meter trägt – an diesem Samstag noch bis nachts um 1 Uhr, an diesem Sonntag bis 22 Uhr.

»Jekyll & Hyde«

41 Meter hoch steigen die insgesamt acht Sitze an den beiden Enden des Propeller-Fahrgeschäftes »Jekyll & Hyde«. Alle die, die sich dort hinein trauen, steht der Sinn aber kaum danach, die traumhafte Aussicht zu genießen. Dazu lässt die Spitzengeschwindigkeit von 125 Stundenkilometern, mit denen sie herum geschleudert werden, keine Zeit. Kreischfaktor: extrem hoch!

Alles toppt der »Hangover« auf dem Niederwall. Versprochen wird den Fahrgästen, die in einem der 24 Sessel Platz nehmen, eine »Aussicht von der Nordsee bis zu den Alpen«. Der »Hangover« ist 85 Meter hoch, die Fallhöhe für die, die Nervenkitzel und Adrenalinkick suchen, liegt bei 80 Metern. Der »Hangover« gilt als der zur Zeit höchste Freifallturm der Welt, er hat nach Auskunft von Junior-Chef Ewald Schneider drei Millionen Euro gekostet und er geht seit 2015 auf Reisen. In Bielefeld steht der »Hangover« zu ersten Mal – und selten bleibt ein Sessel frei. Unten stehen die, die erschrocken und bewundernd zu denen blicken, die sich trauen.

»Hangover«

Die werden hoch und dann wieder herunter gefahren und wieder hoch: Das steigert die Spannung vor dem freiem Fall. 25 Meter pro Sekunde geht es als Höhepunkt schließlich abwärts: In 3,6 Sekunden ist alles vorbei. Zu kurz, um richtig zu kreischen. Aber Gänsehaut, die ist garantiert.

Der »Hangover» ist an diesem Samstag von 11 bis 24 Uhr geöffnet, an diesem Sonntag von 11 bis 22 Uhr.

Wer ist nicht ganz so aufregend mag: Gleich nebenan stehen Historisches Riesenrad, Musikexpress, Mini-Kettenkarussell oder Autoscooter – damit geht es auf keinen Fall hoch hinaus.

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