Achter Integrationspreis mit neuer Wortschöpfung Willkommen in »Vielefeld«

Bielefeld (WB). »Liebefeld« nennen einige Freunde der Stadt manchmal ihre Heimat. Jetzt gibt es eine weitere Wortschöpfung: »Vielefeld«. Die Initiatoren des Integrationspreises richten das Motto der achten Auflage daran aus. »Vie­lefeld« stehe für die Vielfalt der Menschen, die hier leben.

Von Stefan Biestmann
Sie gehören zur Jury (von links): Murisa Adilovic, Mehmet Ali Ölmez (beide Integrationsrat), Nilgün Isfendiyar (Integrationszentrum, Dezernent Ingo Nürnberger, Norbert Müller (Kuratorium Stiftung Solidarität) und Franz Schaible (Stiftung Solidarität)
Sie gehören zur Jury (von links): Murisa Adilovic, Mehmet Ali Ölmez (beide Integrationsrat), Nilgün Isfendiyar (Integrationszentrum, Dezernent Ingo Nürnberger, Norbert Müller (Kuratorium Stiftung Solidarität) und Franz Schaible (Stiftung Solidarität) Foto: Biestnann

Und die besten Beispiele der Integration in Bielefeld werden auch in diesem Jahr wieder ausgezeichnet. Geehrt werden Menschen und Organisationen, die sich um das Zusammenleben in der Stadt verdient gemacht haben. Initiatoren des mit 10 000 Euro dotierten Preises sind der Integrationsrat, die Stadt Bielefeld und die Stiftung Solidarität.

»Integrieren statt mauern in Vielefeld« – so heißt der komplette Titel des diesjährigen Mottos. »Wir wollen die Menschen zum Nachdenken bewegen und fragen: Wer steht für Offenheit in der Gesellschaft«, sagt Sozialdezernent Ingo Nürnberger.

»Mauern einreißen«

Auf den Begriff der Mauer seien die Initiatoren des Preises gekommen, als die von US-Präsident Donald Trump initiierte Debatte um eine Mauer zwischen USA und Mexiko lief. »In Bielefeld wollen wir keine Mauer errichten«, sagt Nürnberger. Es gehe vielmehr darum, Mauern einzureißen und das Zusammenleben in den Quartieren zu stärken. Nürnberger betont aber auch: »Es gibt politische Kräfte und Menschen, die gegen die Integration arbeiten.«

Deshalb komme es darauf an, die »Mauer im Kopf« zu überwinden, sagt auch Nilgün Isfendiyar, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums. Sie sitzt in der achtköpfigen Jury des Integrationspreises – neben Ingo Nürnberger, den Integrationsratsmitgliedern Mehmet Ali Ölmez, Viola Obasohan und Murisa Adilovic, Franz Schaible (Vorstand Stiftung Solidarität) sowie Harry Domnik und Norbert Müller (beide Kuratorium Stiftung Solidarität). Es sei wichtig, die Menschen zu bestärken, die sich ehrenamtlich engagieren, sagt Isfendiyar.

Preisverleihung am 30. November

Gerade in der Zeit des Flüchtlingsstroms hätten die Bielefelder besonderen Einsatz gezeigt, sagt Mehmet Ali Ölmez. »Was hätten wir gemacht, wenn wir die Ehrenamtlichen nicht gehabt hätten? Wir können auf die Bielefelder Bürger stolz sein.«

Auch Norbert Müller spricht von »vielen tollen Beispielen« der Integration in Bielefeld. »Da ist eine Super-Leistung von den Bielefeldern erbracht worden.« Der Integrationspreis unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Pit Clausen wird am 30. November um 18 Uhr im Neuen Rathaus übergeben. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder prominente Laudatoren – zum Beispiel Grünen-Bundesvorsitzender Cem Özdemir. »Auch in diesem Jahr wird der Laudator eine gute Wahl sein. Mehr wird aber noch nicht verraten«, sagt Franz Schaible.

Bewerbungen für den Integrationspreis sind bis zum 15. September möglich. Das Formular kann hier heruntergeladen werden: www.stiftung-solidaritaet.de

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