Mann stach Ehefrau an Bushaltestelle in Sennestadt nieder – Acht Jahre Haft Messer-Attacke: BGH bestätigt Urteil

Bielefeld (WB). Das Urteil gegen den Mann, der seine Ehefrau an einer Bushaltestelle in Sennestadt niedergestochen hat, ist rechtskräftig: Weil er seine Ehefrau aus Eifersucht an einer Bushaltestelle niedergestochen und schwer verletzt hat, muss der Bielefelder Alexander J. (37) acht Jahre Haft absitzen. Das hat jetzt der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe festgestellt und damit das Urteil des Bielefelder Landgerichts bestätigt.

Von Uwe Koch
Die Attacke ereignete sich an der Bushaltestelle Travestraße.
Die Attacke ereignete sich an der Bushaltestelle Travestraße. Foto: Bernhard Pierel

Das Landgericht hatte den Mann im vergangenen Jahr des versuchten Totschlags, der schweren und gefährlichen Körperverletzung sowie der Nötigung und Beleidigung für schuldig erklärt.

»Unbedingter Tötungswille«

Der Mann hatte seine Frau (36) mit direktem Vorsatz töten wollen, als er am 13. Mai 2016 an der Haltestelle Trave­straße mehrfach mit einem Klappmesser mit einer acht Zentimeter langen Klinge auf sein Opfer einstach. Schon die Heftigkeit des Angriffs sprach für das Gericht für einen »unbedingten Tötungswillen«. Denn mindestens drei Stiche in den Kopf hatten zu einem Bruch der Schädeldecke und der Kieferhöhle geführt. Sie hatten das linke Auge so verletzt, dass die Frau auf diesem Auge auch erblindete. Die Attacke war mit sehr großer Wucht ausgeführt worden. Zudem hatte Alexander J. mehrfach ihren Tod angedroht.

Das Motiv war Eifersucht gewesen. Die Ehefrau hatte die Scheidung angekündigt, falls er sich nicht um Arbeit bemühe und Ende 2015 die Scheidung tatsächlich verlangt. Als J. erkannte, dass sie die Trennung nicht rückgängig machen würde, wollte er sie töten.

Mobiel-Busfahrer hatte helfend eingegriffen

Zum Glück für das Opfer hatte ein Mobiel-Busfahrer helfend eingegriffen und den Täter von seiner am Boden liegenden Frau gezogen. Der Täter hatte also nicht freiwillig von seinem Opfer abgelassen. Ein versuchter Mord aus niedrigen Beweggründen vermochten die Richter des Landgerichts damals nicht zu erkennen.

»Daran sind sie haarscharf vorbeigekommen«, sagte Kammervorsitzender Wolfgang Korte. Denn wer seinen Partner tötet, damit kein anderer ihn bekommt, ist nach gängiger Rechtsprechung ein Mörder. Die Nähe zum versuchten Mord sei aber ein Grund für das hohe Strafmaß.

Alexander J. hatte vor dem Landgericht den Vorfall an der Bushaltestelle zwar eingeräumt, vorherige Gewalttätigkeiten aber bestritten. Auch das sah das Gericht als widerlegt an und glaubte dem Opfer. Und: Die Frau bleibe auf einem Auge blind. Ob sie die Ausbildung zur Arzthelferin beenden könne, sei fraglich. Sie werde psychologisch behandelt, ebenso wie der Sohn (15). Die Tochter (13) sei ebenfalls schwer belastet: Sie hatte aus einem Bus heraus das Opfer und den Menschenauflauf an der Haltestelle gesehen, ohne jedoch erkennen zu können, dass dort ihre Mutter lag.

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