Veranstaltungen in Ostwestfalen-Lippe in diesem Jahr sollen geduldet werden Sonntagseinkauf: Verdi will nicht mehr klagen

Paderborn/Bielefeld (WB). Der Streit um die verkaufsoffenen Sonntage in OWL scheint zumindest vorübergehend befriedet zu sein. Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Martina Schu hat am Montag auf Anfrage erklärt, dass die Gewerkschaft vorerst auf Klagen verzichten werde.

Von Ingo Schmitz
Verkaufsoffener Sonntag in Bielefeld
Verkaufsoffener Sonntag in Bielefeld Foto: Thomas F. Starke

Diese Zusage betreffe alle Kommunen im Verdi-Bezirk Bielefeld/Hochstift, mit denen Gespräche geführt werden. Das Friedensangebot gelte, bis die Handreichung der Landesregierung zur Regelung der verkaufsoffenen Sonntage vorliege. Aufgrund des Wechsels der Landesregierung geht Schu davon aus, dass dieses Papier noch einige Zeit auf sich warten lassen werde. Erst danach sei es möglich, mit den Kommunen über Details zu sprechen, um Rechtssicherheit zu schaffen.

2017 könnten demnach alle verkaufsoffenen Sonntage stattfinden, ohne dass die Städte mit einer Klage von Verdi rechnen müssten, sagte Schu. Für die Stadt Bielefeld war dies bereits vereinbart worden. »Allerdings können auch die Kirchen klagen, zum Beispiel, wenn es um die Adventssonntage geht«, sagte sie.

Verhandlungen nicht länger belasten

Hintergrund für ihr Vorgehen sei, dass sie die Verhandlungen mit den Kommunen nicht länger belasten wolle, erklärte Schu. Vor allem Paderborn könnte von der Kehrtwende profitieren: Die Werbegemeinschaft hatte im März nach Gesprächen mit Verdi alle vier verkaufsoffenen Sonntage abgesagt. Nach der jetzigen Aussage könnten alle Händler laut Schu an Libori-Sonntag öffnen – auch in der Peripherie. Verdi werde nicht dagegen vorgehen. »Das ist kein Anerkenntnis. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass es nicht in Ordnung ist, dass die Peripherie mitmacht.«

Aus den eigenen Reihen werde sie für ihre Zusage kritisiert, erklärte Schu. »Das muss ich aushalten. Ich möchte auch in Zukunft mit den Kommunen zusammenarbeiten.« Für den Verdi-Bezirk Herford-Minden-Lippe schließt Gewerkschaftssekretär Heinz Henning Klagen nicht kategorisch aus. In eklatanten Fällen werde Verdi gegen Sonntagsöffnungen vorgehen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.