Verhalten der DSC-Anhänger führte laut Polizeisprecher zur Eskalation Bundespolizei weist Fan-Kritik zurück

Bielefeld  (WB). Die Bundespolizei weist die Kritik des Bielefelder Fan-Projekts an dem Einsatz am vergangenen Sonntag am Bochumer Hauptbahnhof zurück.

Von Hendrik Uffmann
Foto: dpa

Dort war es nach dem Spiel des DSC Arminia gegen den VfL Bochum zu gewalttätigen  Auseinandersetzungen zwischen Bielefelder Fans und Einheiten der Bundespolizei gekommen. Dabei waren zwei Beamte verletzt und drei Fans festgenommen worden.

Ole Wolff, hauptamtlicher Mitarbeiter des Fan-Projekts, hatte den Polizeieinsatz als »unverhältnismäßig« bezeichnet und unter anderem kritisiert, dass es auf dem Bahnsteig zu einer gefährlichen Situation gekommen sei, als Polizisten gegen die Fans vorgegangen sind.

Dass der Auslöser für diesen Einsatz die Feststellung der Personalien eines der Fans gewesen sei, der einen Beamten beleidigt hatte, sei aufgrund der brisanten Situation nicht verhältnismäßig gewesen, so Ole Wolff.

»Nicht in den Rücken stürmen«

Volker Stall, Sprecher der Bundespolizeidirektion in Sankt Augustin, kann diese Kritik nicht nachvollziehen. »Bei dem Einsatz ging es auch darum, Fans daran zu hindern, vom Bahnsteig in den Personentunnel unter den Gleisen vorzudringen«, so Stall. Dies sei notwendig gewesen, damit weitere Fans den Beamten im Tunnel, die ebenfalls die Personalien eines DSC-Anhängers feststellen wollten und dabei von einer 50-köpfigen Fan-Gruppe angegangen worden seien, »nicht in den Rücken stürmen konnten«, so Stall.

»Es ging um die Feststellung der Personalien eines Fans. Ich kann nicht verstehen, dass sich dann andere Fans zum Teil den Schal ins Gesicht ziehen und auf die Beamten losgehen, um dies zu verhindern«, so Volker Stall. Wenn sich die Fans nicht so verhalten hätten, sei es nicht zu der Situation gekommen. »Wenn aber Kollegen angegangen werden, gibt es eine Antwort darauf.«

»Irgendwann hört der Spaß auf«

Auch der Kritik, dass eine Beleidigung eines Polizisten als Grund nicht angemessen sei, um in einer so angespannten Situation die Personalien eines Fans festzustellen, widerspricht Stall. »Die Kollegen hören sich schon eine Menge an. Aber wenn es zu beleidigend wird und es zum Beispiel gegen die Familie geht, dann hört auch bei uns irgendwann der Spaß auf.«

Bei den Beamten der Bundespolizei handele es sich um Kollegen, die fast an jedem Wochenende im Einsatz sein, um Fußballfans zu begleiten. »Sie sind sehr routiniert und können Situationen einschätzen und abwägen«, erklärt der Polizeisprecher.

Videoaufnahmen werden ausgewertet

Stall betonte darüber hinaus, dass die Polizei »nichts zu vertuschen« habe. Es gebe Videoaufnahmen von dem Einsatz, sie würden für die Strafverfolgung ausgewertet. »Ein Gericht wird schließlich feststellen, ob der Einsatz verhältnismäßig war.«

Darüber hinaus stelle sich die Bundespolizei auch Kritik. Stall: »Es gibt nach jedem Einsatz eine Nachbesprechung.«

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