Kulbrocks Hof: Pit Clausen lehnt eine Vermittlung kategorisch ab Brackwedes Politiker stellen sich gegen OB

Bielefeld (WB). Brackweder Politiker fordern einmütig die Erhaltung des Hofes Kulbrock und haben auch einen Plan. Das 3500 Quadratmeter große Grundstück soll geteilt werden: Während auf der einen Seite der Hof stehen bleibt, könnte die BGW auf der anderen Hälfte Wohnungen bauen.

Von Kerstin Sewöster
Der 234 Jahre alte Hof Kulbrock soll erhalten bleiben. Als mögliche Alternative zum Abriss wurde in der Bezirksvertretung die Teilung des Grundstücks genannt. Die BGW könnte eine Hälfte bebauen; die andere Hälfte bliebe Standort des Hof.
Der 234 Jahre alte Hof Kulbrock soll erhalten bleiben. Als mögliche Alternative zum Abriss wurde in der Bezirksvertretung die Teilung des Grundstücks genannt. Die BGW könnte eine Hälfte bebauen; die andere Hälfte bliebe Standort des Hof. Foto: Markus Poch

Einstimmig stellten sich die Bezirksvertreter in der jüngsten Sitzung mit ihrem Ja zu Kulbrocks Hof hinter Heimatvereine und Anwohner – und gegen die BGW und Oberbürgermeister Pit Clausen, der sich in einem offenen Brief auf dringend benötigten Wohnraum sowie die ablehnende Beurteilung der Denkmalbehörde beruft und jede Vermittlung ablehnt. Wörtlich heißt es in dem Brief des OB: »Ihrer Bitte nach einer Vermittlung zwischen BGW als Grundstückseigentümer und Ihnen möchte ich jedoch nicht nachkommen.«

»Das ist kein Entweder-oder«

»Das ist unbefriedigend, ein Denkmal ist nicht mehr das Ziel«, kommentierte Peter Diekmann (CDU) die Haltung der Stadtverwaltung. Hof Kulbrock sei zu erhalten, wichtig sei dabei, »was außen stehen bleibt«. Er könne sich vorstellen, den Hof nach der Sanierung durch Investoren einer sozialen Nutzung zuzuführen. »Das ist kein Entweder-oder. Das Grundstück ist groß«, sprach sich auch Hans-Werner Plaßmann, Fraktionsvorsitzender der SPD, für eine Teilung des Grundstückes aus.

Die BGW scheint indes trotz der massiven Proteste nicht von den Abrissplänen abrücken zu wollen. Sogar auf die Anfrage nach einer Besichtigung des 234 Jahre alten Hofes reagierte die BGW mit Ablehnung. »Eine Begehung sei derzeit nicht möglich und nach Vorliegen der LWL-Begutachtung auch nicht mehr zielführend«, zitierte Bezirksamtsleiter Hans-Georg Hellermann die BGW aus einem Brief der unteren Denkmalbehörde.

Carsten Krumhöfner sparte nicht mit Kritik an der BGW. »Gewählte Vertreter bekommen die Tür vor der Nase zugeschlagen«, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Bezirksbürgermeisterin Regina Kopp-Herr wollte die Ablehnung des Besichtigungsgesuches ebenfalls nicht hinnehmen. »Wir stehen im Wort und wir halten daran fest«, konstatierte sie.

»Es wird keinen Abrissgenehmigung geben, solange wir nicht im Reinen sind«, versuchte Bezirksamtsleiter Hellermann die Gemüter zu beruhigen. Zudem hätten es die Bezirksvertreter in der Hand. Schließlich säßen Politiker im Aufsichtsrat der BGW.

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