Theater-Festival mit jungen Ensembles beginnt am Montag Shakespeare im Pavillon

Bielefeld (WB). Für Komödien mit prominenter Besetzung ist Brackwede mit der Kulissen-Reihe seit Jahrzehnten als Kulturort bekannt. Jetzt wendet sich der Bezirk auch anderen Genres zu: Am Montag beginnt im Pavillon ein Festival mit jungen Darstellern der freien Theaterszene.

Von Peter Bollig
Sie bringen Theater in den Brackweder Pavillon (von rechts) Marianne Jaffke und Stefan Mießeler von der Theatergruppe der Uni Bielefeld sowie Marina Arens und Amtsleiter Hans-Georg Hellermann vom Brackweder Bezirksamt.
Sie bringen Theater in den Brackweder Pavillon (von rechts) Marianne Jaffke und Stefan Mießeler von der Theatergruppe der Uni Bielefeld sowie Marina Arens und Amtsleiter Hans-Georg Hellermann vom Brackweder Bezirksamt. Foto: Peter Bollig

Der Pavillon am Bezirksamt hat bisher vor allem Kunstausstellungen erlebt, zuletzt auch mit aktionskünstlerischen Ansätzen, als die Initiative Artists Unlimited den Raum bespielt hat. Bei einer dieser Veranstaltungen hat Regisseur und Schauspieler Stefan Mießeler von der Theatergruppe der Uni Bielefeld den Pavillon kennengelernt – und ihn als Spielstätte ins Auge gefasst. »Ein toller Ort fürs Theater«, schwärmt der 36-Jährige. Die Architektur mit der Rundumverglasung begeistert ihn. Vor der zum Stadtring ausgerichteten Seite wird eine Bühne aufgebaut, Ton- und Lichtanlagen werden installiert, Stuhlreihen für bis zu 60 Besucher aufgestellt.

Elf Aufführungen

Mießelers Idee stieß im Bezirksamt auf breite Zustimmung, Amtsleiter Hans-Georg Hellermann freut sich, dass der Pavillon »jetzt lebendiger, ganz anders bespielt wird als in den vergangenen 40 Jahren«.

Stefan Mießeler und Mitstreiterin Marianne Jaffke (33) bringen vom 20. März bis 13. April elf Aufführungen auf die Bühne und versprechen eine bunte Mischung verschiedener Akteure und Stücke. Mit seinem eigenen Ensemble THTR – der Name steht schlicht für »Theater« – inszeniert Mießeler Shakespeares »Titus Andronicus« in vier Aufführungen am 20. und 21. März sowie am 3. und 4. April. Ein Rachestück in einer »ätzend-grellen« Inszenierung. »Harte Kost«, sagt der Schauspieler, ebenso schockierend wie überraschend. Der Eintritt kostet acht, ermäßigt fünf Euro. Eigens für das Festival hat THTR das Stück einstudiert. Eine Wiederaufnahme indes ist das Drama »Yerma« von Federico García Lorca, das THTR am 12. und 13. April zeigt (Eintritt acht, ermäßigt fünf Euro).

Leichter werden die Impro-Theater-Show »Skinprov« am 24. März (freier Eintritt) und der »Herrenabend« als bunter Reigen unterschiedlicher Szenen am 1. April (sieben, ermäßigt vier Euro). Freunde des Improvisationstheaters kommen bei der »Offenen Improbühne« am 5. April auf ihre Kosten und können Teil der Inszenierung werden (freier Eintritt). Live-Hörspiele bietet der »Hörspielabend« mit dem Ensemble Einimethe am 6. April (freier Eintritt), in der »Formatio Provisorico« inszeniert die gleichnamige Gruppe ein Wechselspiel aus Lyrik, körperlicher Präsenz und Metagespräch (freier Eintritt).

Beginn ist jeweils um 20 Uhr, Einlass von 19.30 Uhr an. Karten, sofern Eintritt gezahlt werden muss, gibt es vorab im Bezirksamt, Germanenstraße 22, Telefon 0521/51 52 57, und an der Abendkasse. Bei Getränken soll das Festival auch Gelegenheit bieten, ins Gespräch zu kommen.

www.thtr-festival.de

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