»Systematische Benachteiligung gegenüber den Gesamtschulen« Protest der Realschul-Eltern

Bielefeld (WB/peb). Mit einem massiven Protest wollen Elternvertreter der Realschulen die Sitzung des Schul- und Sportausschusses am 4. April begleiten. Das kündigte Nursel Korkmaz, Schulpflegschaftsvorsitzende der Realschule Brackwede, an.

Die Gesamtschule Rosenhöhe wird voraussichtlich von 2018 bis 2019 saniert.
Die Gesamtschule Rosenhöhe wird voraussichtlich von 2018 bis 2019 saniert. Foto: Markus Poch

In der gemeinsamen Sitzung mit den Bezirksvertretungen Brackwede und Senne berät der Ausschuss über die ab 2018 anstehende, 6,5 Millionen Euro teure Sanierung der Gesamtschule Rosenhöhe und soll eine Lösung finden, wohin die Gesamtschüler während der gut einjährigen Umbauphase ausgelagert werden können. Wie berichtet, hatte das Amt für Schule zehn Varianten vorgelegt, bei denen teilweise bis zu drei weitere Schulen betroffen wären. So sehen einige Vorschläge vor, dass die Schüler der Rosenhöhe in die Realschule Senne umziehen, die Realschüler in die frühere Marktschule umsiedeln. Dort sitzen aber auch Schüler der Realschule Brackwede, die wiederum in Container ausweichen müssten.

»Den Elternwillen ignoriert«

Elternvertreter der Realschulen sehen darin ein Beispiel für eine systematische Benachteiligung der Real- gegenüber den Gesamtschulen in Bielefeld. Dabei machten Zahlen einen klaren Elternwillen deutlich, wie Korkmaz betont: Aktuell wurden 549 Kinder an den Gesamtschulen, 1037 an Realschulen angemeldet. An drei der vier Gesamtschulen seien Plätze frei, die Realschulen mussten 162 Kinder zunächst aus Platzmangel abweisen. Dieser Elternwille werde ignoriert. Während Millionen in die Gesamtschulen investiert, Sekundarschulen geplant würden, »platzen die Realschulen aus allen Nähten«, beklagt Korkmaz. Ein weiteres Beispiel für eine Ungleichbehandlung: Die Marktschule wurde für die spätere Nutzung durch Klassen der Realschule Brackwede saniert. »In den sanierten Teil zogen aber Oberstufenschüler der Rosenhöhe ein, für die Realschüler blieb der bis dahin nicht sanierte Altbau«.

Schulpflegschaftsvertreter tagen erstmals gemeinsam

Am Donnerstag haben erstmals Elternvertreter aller Realschulen gemeinsam getagt, um diese Umstände anzuprangern. Sie kündigen einen »Brandbrief« an Stadt, Schulministerium und Regierungspräsidentin an.

Der Protest am 4. April werde nur Auftakt zu weiteren Aktionen sein. Brackwedes Politiker haben bereits klar gemacht, dass sie für die Sanierungsphase an der Rosenhöhe nur eine Variante mittragen, bei der die Gesamtschüler in Container in der Nähe ihrer Schule ziehen würden, andere Schulen unbehelligt blieben. Dies wäre mit bis zu drei Millionen Euro Kosten die teuerste Lösung.

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