Zuwiderhandlung ist jetzt eine Ordnungswidrigkeit – Aufklärung hat kaum Folgen Entenfüttern am Obersee verboten

Bielefeld (WB). Das Fütterungsverbot für Enten, Gänse und Schwäne am Obersee hat jetzt auch quasi Gesetzeskraft: Der Hauptausschuss beschloss jetzt, das Verbot als neuen Paragraphen in die sogenannte Ordnungsbehördliche Verordnung aufzunehmen. Der Beschluss wurde einstimmig gefasst.

Von Burgit Hörttrich
Füttern verboten: Gestern beschloss der Hauptausschuss das Verbot, das ausschließlich für den Obersee gilt, als neuen Paragraphen in die Ordnungsbehördliche Verordnung mit aufzunehmen. Grund ist die starke Verkotung von See und Umfeld. Archiv-
Füttern verboten: Gestern beschloss der Hauptausschuss das Verbot, das ausschließlich für den Obersee gilt, als neuen Paragraphen in die Ordnungsbehördliche Verordnung mit aufzunehmen. Grund ist die starke Verkotung von See und Umfeld. Archiv- Foto: Büscher

 Zunächst hatte es das Umweltamt »auf die sanfte Tour« versucht: Verteilt wurden bereits 2013 Informationsblätter, die darüber aufklärten, dass an das Wassergeflügel pro Jahr rund 3000 Kilogramm Brot und andere Backwaren verfüttert würden. Die Folge: eine Kotmenge von gut 10 000 Kilogramm, die das Wasser belastet und zu einer starken Blaualgenbildung führt.

Obendrein würden von den Brotresten Ratten in Scharen angelockt. Schilder und Aufklärungsarbeit von ehrenamtlichen Seepaten waren weitere Maßnahmen, die aber allesamt nichts gebracht haben. Umweltdezernentin Anja Ritschel machte deutlich, dass eine Verbesserung der Wasserqualität und eine dauerhafte Stabilisierung des Ökosystems nicht zu erkennen seien.

Bußgelder möglich

Bereits im Februar, April und Mai des vergangenen Jahres hatten die Bezirksvertretungen Schildesche, Jöllenbeck und Heepen den Umweltausschuss aufgefordert, auf ein Fütterungsverbot hinzuwirken – ein Verbot, dessen Einhaltung auch kontrolliert werden solle.  Erst jetzt wurden die Beschlüsse in der Verordnung verankert. Nach Einfügung in die Ordnungsbehördliche Verordnung, ist ein Bußgeld möglich für die, die weiterhin die Wasservögel füttern.

Gehe das Füttern mit Teigwaren weiter wie bisher, befürchtet die Umweltbehörde ein »Umkippen« des Gewässers und als Folge ein mögliches Fischsterben. Zudem sei der Europäische Flusskrebs, der im Obersee lebe, gefährdet.

Ausdrücklich betont wird, dass die Wasservögel kein zusätzliches Futter von Menschen benötigen. Sie ernährten sich von dem, was die Natur biete.

Das offizielle Fütterungsverbot würde, so das Umweltamt, »eine Argumentationshilfe für die ehrenamtlichen Seepaten« sein. Offenbar sei die Einsicht der See-Besucher zu gering.

Keine Ausweitung geplant

An eine Ausweitung des Fütterungsverbotes auf andere Teiche in Bielefeld sei nicht gedacht. Dort gebe es Probleme wie am Obersee nicht, zumal die Besucherfrequenz dort deutlich geringer sei.

Ebenfalls neu für Obersee-Besucher: Hunde müssen ab sofort im Bereich der »Tageserholungsanlage Johannisbachsperre« an der Leine geführt werden.  Wer sich nicht an das Fütterungsverbot beziehungsweise die Leinenpflicht hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Am Obersee leben nach Beobachtungen des Umweltamtes durchschnittlich mehr als 200 Enten, Gänse und Schwäne.

Kommentare

Wo ist die Tageserholungsanlage Johannisbachsperre

Welcher Bereich gehört zu dieser Leinenpflicht? Gedenkt die Stadt auch passende Schilder aufzuhängen/stellen?

nicht ausreichend

Ein Fütterungsverbot ist gut aber nicht ausreichend. Bei einem gesunden See muss mindestens das halbe Ufer mit Binsen und Schilf bewachsen sein um das Wasser sauber zu halten und neuen Lebensraum für Tiere zu schaffen. Warum hier kein Schilf angepflanzt wird ist mir unbegreiflich. Das gesammte Ufer zum Johannisbach könnte mit Schilf bepflanzt werden, würde nur ne Kleinigkeit kosten! Warum geschieht das nicht?

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