Polizeipräsidentin Katharina Giere: »Es gibt keine Brennpunkte« Bielefelder City ist »objektiv sicher«

Bielefeld (WB). Die Bielefelder Innenstadt ist objektiv sicher. Das hat Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere am Donnerstag im Hauptausschuss des Rates deutlich gemacht. So genannte »No-Go-Areas« gebe es nicht.

Von Hans-Heinrich Sellmann
Die Polizei hat ihre Präsenz im Neuen Bahnhofsviertel verstärkt. Seit Silvester 2015/16 steht der Boulevard im Fokus.
Die Polizei hat ihre Präsenz im Neuen Bahnhofsviertel verstärkt. Seit Silvester 2015/16 steht der Boulevard im Fokus.

Seit neun Jahren beschäftige sich die Polizei mit dem Thema sichere Innenstadt. Damals sei festgestellt worden, dass bestimmte Delikte wie Raub und Nötigung in der City häufiger vorkommen als im Rest der Stadt.

»Bei genauem Hinsehen ist klar geworden, dass es insbesondere an den Wochenenden und vor Feiertagen zwischen 22 und 6 Uhr zu Straftaten kommt«, sagte Giere. Die seien überwiegend von männlichen, teilweise alkoholisierten Tätern, darunter »viele mit Migrationshintergrund«, in Kleingruppen verübt worden.

Eine ganzheitliche Lösung sollte her, »kein Flickwerk«. So sei die permanente Polizei-Präsenz in den Nächten inzwischen dauerhaft erhöht worden – um elf Kräfte mehr als üblich. Zur Gesamtzahl macht die Polizei, wie gewohnt, keine Angaben. Dazu gebe es Schwerpunkteinsätze mit der Einsatzhundertschaft oder Zivilbeamten und zur Prävention runde Tische unter Mitwirkung von Gastronomen sowie Mitarbeitern der Stadt.

Zu den Schwerpunkten gehörten in den vergangenen Jahren die Altstadt, der Bahnhof inklusive der »Tüte«, die Bahnhofstraße, der Boulevard, der Jahnplatz und seit seiner Umgestaltung 2013 auch der Kesselbrink.

»Wir haben in der Innenstadt Grund, dort weiterhin präsent zu sein«, sagte Katharina Giere. Es gebe aber keine negative Entwicklung, die weitere Maßnahmen erfordere. Sie sei zwar keine Gegnerin von Video-Überwachung. »Dafür müsste es in der Stadt aber Kriminalitätsschwerpunkte geben. Die haben wir nicht.« Es gebe keinen Brennpunkt, und von »No-Go-Areas« wolle sie gar nicht erst sprechen. »Wir wollen das Sicherheitsempfinden stärken, und da ist seine solche Debatte unverantwortlich. Das Thema geht an der Realität vorbei.«

Kommentare

Sieht man ja...

Von der objektiven Sicherheit konnte sich heute Nacht auch derjenige Überzeugen der in der Nähe des Jahnplatzes Krankenhausreif geschlagen wurde. Die "objektive Sicherheit" ist subjektives Empfinden von Frau Giere

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