Sprecherin: »keine alltägliche Situation« Bahn entschuldigt sich für ICE-Panne

Bielefeld/Neubeckum (WB/mba). Nach dem Chaos bei der Evakuierung zweier ICE-Züge, die am Dienstagabend auf der Strecke Hamm – Bielefeld liegengeblieben waren, entschuldigt sich die Bahn bei den betroffenen Kunden.

Reisende verlassen den ICE bei Neubeckum.
Reisende verlassen den ICE bei Neubeckum.

Wie die Deutsche Bahn am Donnerstag mitteilte, habe es sich um »keine alltägliche Situation« gehandelt. »Für die entstandenen Unannehmlichkeiten bitten wir um Entschuldigung«, sagte Bahnsprecherin Kirsten Verbeek.

Gleichzeitig bat sie um Verständnis. »Über eine Strecke von mehr als einem Kilometer war die Oberleitung defekt. Sie hing in der Nähe der Züge auch bis auf den Boden. Deshalb musste zunächst der Einsatzort gesichert werden.«

Die Oberleitung sei ausgeschaltet und die Strecke gesperrt worden, um für die Sicherheit des Personals zu sorgen. Auch die benachbarte Güterzugstrecke sei zunächst aus Sicherheitsgründen nicht befahrbar gewesen. Deshalb habe man mit der Evakuierung erst gegen 20.30 Uhr beginnen können.

Nach Kurzschluss riss die Leitung

Wie berichtet, waren am Dienstag gegen 18.40 Uhr Vögel in eine Oberleitung geflogen. Es kam zu einem Kurzschluss. Die Leitung riss, der Draht verfing sich in dem Stromabnehmer des ICE 643, der nach Bielefeld fuhr. Der ICE blieb zwischen Hamm und Bielefeld liegen, ebenso wie der ICE 846, der in die Gegenrichtung unterwegs war.

Nur die 450 Fahrgäste aus dem ICE 643 konnten in einen gegen 21.10 Uhr bereitgestellten IC umsteigen. Die Reisenden aus dem ICE 846 mussten ausharren, auch weil eine Rangierlok, die den ICE abschleppen sollte, eine »technisch nicht kompatible Kupplung« mitführte, wie die Sprecherin einräumte. Daraufhin musste eine zweite Kupplung angeliefert werden. Erst spät in der Nacht konnte der zweite ICE nach Oelde abgeschleppt werden.

Zahlreiche Reisende hatten sich in den sozialen Online-Netzwerken beklagt, dass Klimaanlagen und Toiletten nicht mehr funktionierten, und dass sie stundenlang nicht informiert worden seien.

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