Asylanträge werden im Schnellverfahren bearbeitet Ankunftszentrum öffnet Freitag

Bielefeld (WB/sb). Das neue Ankunftszentrum für Flüchtlinge an der Bielefelder Feilenstraße wird in der kommenden Woche die ersten Asylanträge bearbeiten. Das berichtete Andrea Brinkmann, Sprecherin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), am Dienstag auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage.

An der Feilenstraße entsteht ein Ankunftszentrum für Flüchtlinge.
An der Feilenstraße entsteht ein Ankunftszentrum für Flüchtlinge. Foto: Thomas F. Starke

Die offizielle Inbetriebnahme erfolge bereits an diesem Freitag. Für das Zentrum, das Asylverfahren im Schnellverfahren bearbeiten soll, seien insgesamt 4000 Quadratmeter Fläche im Obergeschoss des Gebäudes an der Feilenstraße 10-12 angemietet worden. Es seien aber noch Umbauarbeiten für den Wartebereich erforderlich. Zu Beginn werde die Zahl der Antragstellungen überschaubar bleiben, da man zunächst noch Anfangsprobleme erkennen und beheben wolle, teilte das BAMF mit.

BAMF: Bielefeld ist eines von fünf Ankunftszentren in NRW

In der ersten Woche könnten deshalb zunächst nur wenig Flüchtlinge im Ankunftszentrum einen Antrag stellen. Das BAMF sprach am Dienstag zunächst von 20 Anträgen pro Woche. Am Mittwochmorgen hieß es dann, dass 20 Asylanträge täglich und 100 pro Woche bearbeitet werden soll. Diese Zahl solle dann pro Woche kontinuierlich gesteigert werden, so dass Mitte August 70 Asylanträge pro Tag und 350 pro Woche möglich seien, teilte Andrea Brinkmann mit.

Bielefeld ist nach ihren Angaben eines von fünf Ankunftszentren in NRW und 24 bundesweit (20 davon bereits eröffnet). Zunächst werden an der Feilenstraße laut BAMF 40 bis 50 Mitarbeiter beschäftigt sein, ab dem dritten Quartal voraussichtlich 70. Die Ankunftszentren sollen helfen, den Berg von derzeit bundesweit 460.000 Asylverfahren (Stand Ende Mai) abzubauen. »Bis Ende des Jahres sollen alle offenen Verfahren aus 2015 und aus den Vorjahren abgeschlossen sein – sowie der Großteil der Verfahren aus 2016«, sagt Brinkmann.

Entscheidung über den Asylantrag »maximal in einer Woche«

Die Flüchtlinge werden in den Ankunftszen­tren registriert und medizinisch versorgt – und stellen ihren Asylantrag. Eine Entscheidung über den Asylantrag soll nach BAMF-Angaben in den neuen Einrichtungen innerhalb von 72 Stunden oder »maximal in einer Woche« fallen.

Die Ankunftszentren seien zuständig für die Antragstellung von Flüchtlingen aus sicheren Herkunftsstaaten wie dem Westbalkan, aber auch für Asylbewerber aus unsicheren Herkunftsländern wie Syrien mit einer hohen Wahrscheinlichkeit der Schutzgewährung. Asylbewerber aus Herkunftsländern, die komplizierte Einzelfallprüfungen nach sich ziehen, müssten weiterhin in den BAMF-Außenstellen ihren Antrag stellen.