Neue Gesellschaft »SOS Boat People« will Flüchtlingen auf dem Mittelmeer helfen Bielefelder chartern Rettungsschiff

Bielefeld (WB/sb). Die Bilder und Nachrichten von tödlich verunglückten Flüchtlingen auf dem Mittelmeer bewegen Dr. Andreas Stolpe immer wieder. Irgendwann stand für den Bielefelder fest: »Das geht so nicht weiter.« Der 55-Jährige gründete schließlich die gemeinnützige Rettungsorganisation »SOS Boat people« .

Dieses in Zypern stationierte Rettungsschiff soll drei Monate lang für die Bielefelder Organisation im Einsatz sein.
Dieses in Zypern stationierte Rettungsschiff soll drei Monate lang für die Bielefelder Organisation im Einsatz sein.

Die Gesellschaft will mit einem gecharterten Rettungsschiff vor der libyschen Küste die Insassen der havarierenden Flüchtlingsboote an Bord nehmen. »Die Flüchtlinge sind traumatisiert, haben Panik und viele können nicht schwimmen«, berichtet Stolpe. Zudem hätten viele ihre Familie und ihr Hab und Gut verloren. »Viele sehen dann den letzten Ausweg in der lebensgefährlichen Flucht über das Meer.«

Mit seiner Idee, diesen Menschen aktiv zu helfen, begeisterte Stolpe einige Mitstreiter. So gehören zu seinem Team auch die Bielefelder Patricia Tomza und Alberto Sulaimon sowie die Kölnerin Tanja Lee und der niederländische Seenotretter Hendrik van Kampen. »Aber wir suchen jetzt noch weitere ehrenamtliche Helfer und Sponsoren«, berichtet Stolpe. Der 55-Jährige ist Berater für maritime Projekte und betreibt ein Unternehmen in Rostock. Der Bielefelder will jetzt sein ehrenamtliches Projekt ab August direkt vor Ort betreuen. »Es soll zunächst auf drei Monate angelegt sein«, betont er.

Die Finanzierung sei noch nicht endgültig gesichert. Das Rettungsschiff soll von der zyprischen Küste aus jeweils für 14 Tage in See stechen, um Flüchtlingen zu helfen. »Wir arbeiten dabei eng mit der italienischen Küstenwache zusammen.« Die Flüchtlinge, die das Rettungsschiff an Bord nimmt, werden dann an die Küstenwache, die EU-Grenzschutzagentur Frontex oder die Bundesmarine übergeben. »Wir wären ausschließlich unterstützend für die Seenotrettung zuständig«, betont Stolpe.

An Bord seien neben der regulären Schiffsbesatzung auch einige Mediziner der Organisation »Ärzte ohne Grenzen« sowie weitere freiwillige Helfer. Das Schiff könne per Kran ein acht mal vier Meter großes Netz ins Wasser werfen. Mit dessen Hilfe würden dann die Flüchtlinge an Bord gebracht. Zudem sei auf dem Schiff ein kleines Hospital untergebracht, in dem die medizinische Versorgung der Flüchtlinge erfolge.

»Wir können nicht die Welt ändern«, weiß Andreas Stolpe. Aber seine Organisation will einen wichtigen Beitrag zur Flüchtlingshilfe liefern.

www.sos-boat-people.de

Kommentare

Nicht nachprüfbar

Bootsflüchtlinge aus Seenot retten, Super ! Spenden - ja - immer gerne und viel !
Wie wird denn der Spendenzweck bei SOS-boat-people sichergestellt ?
Sind die Aktivitäten der gemeinnützigen Firma(!) - das ist kein Verein - überhaupt überprüfbar ?
Befugnisse für Geschäfte hat hier nur der Geschäftsführer Stolpe - sonst keiner.
Das nachbearbeitete Foto des Schiffes überzeugt mich nicht.

Super

Ich finde es toll wenn jemand nicht nur drüber redet sondern auch was macht. Drücke die Daumen!

Wer helfen will...

Wenn jemand mithelfen will kann er sich gerne bei uns melden: www.sos-boat-people.de.
Wir brauchen noch viele Unterstützer.

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