Festival-Eröffnung lockt bei schönstem Sommerwetter Tausende auf die Festung So singt und klingt die Burg

Bielefeld (WB). Der Gesang ist schon beim Aufstieg zu hören: Christina Gürtler singt vom Turm der Sparrenburg herab, und ihre Stimme trägt weit über das eigentliche Festungsgelände hinaus. Der Gesang ist als Einladung zu verstehen zur Eröffnungsveranstaltung des Klangfestivals, das bis zum 7. Juli an unterschiedlichen Orten auf Musik, Tanz, Spiel setzt – und auf die Lust, dabei mitzumachen. Initiatorin Nike Schmitka will »die Stadt zum Klingen bringen«.

Von Burgit Hörttrich
Fabelwesen in Kostümen von Sabrina Strunk stimmten die Besucher des Klangfestivals auf Überraschendes ein.
Fabelwesen in Kostümen von Sabrina Strunk stimmten die Besucher des Klangfestivals auf Überraschendes ein. Foto: Hans-Werner Büscher

Dass am Sonntagnachmittag schönstes Sonnenwetter herrscht, habe sie »nicht zu träumen gewagt«, freut sich Nike Schmitka. Die Folge: Tausende von Besuchern ließen sich über vier Stunden hinweg zwischen Zeughaus und Mühlenrondell, Innenhof und den Nischen der Festungsmauer mit ins Geschehen hinein ziehen.

Zuhören und mitsingen, zuschauen und selbst Instrumente bauen

Im September 2015 hatten Nike Schmitka und der Verein »Klangfestival – Junges Musiktheater für Bielefeld e.V.« mit dem Singfest 3000 Musikbegeisterte an einem Tag in die Rudolf-Oetker-Halle geholt, diese Zahl soll in diesem Jahr möglichst weit übertroffen werden. Die Umsonst & Draußen-Eröffnungsveranstaltung mit nahezu 200 Akteuren von den Cellisten der Bielefelder Philharmoniker bis zur »Vierweiberei«, von den Fabelwesen in Kostümen von Sabrina Strunk (Musik- und Kunstschule) bis zu den Puppenspielerinnen Dagmar Selje und Simone Tank legt dafür den sicheren Grundstock.

Zuhören und mitsingen, zuschauen und selbst Instrumente bauen – für die Besucher gibt es in jedem Winkel etwas zu entdecken. Sprayer Mathis Arendt gestaltet die Sparrenburg mit der Farbspraydose auf einer großen, vorher weißen Papierfläche, Birthe Stumpenhausen hat aus Schallplatten und einem Grammophon eine Installation errichtet, Bilder, die in der Musik- und Kunstschule entstanden sind, stehen im Grünen, in einer Mauernische musiziert Simone Warken und liest Leonore Franckenstein über Klang und Wasser, während gleich nebenan ausrangierte Kisten des Stadtarchivs in neuem Gewand prunken. Sie wurden unter dem Motto »Klang-Luft-Wasser« gestaltet von Acht- bis Zehnjährigen der Grundschule Dornberg und 62 bis 86-Jährigen aus der Musik- und Kunstschule. Pro Stück fünf Euro – dafür wurden die Kästen angeboten. Der Verwendungszweck des Geldes? Die Gruppe 60plus jedenfalls will sich, kommt genügend Geld zusammen, den ein oder anderen Eierlikör gönnen.

Die nächste Veranstaltung ist am Donnerstag, 30. Juni, um 16 Uhr

Viel Beifall gibt es für das Schlagzeugensemble der Hochschule für Musik Detmold mit Elias Fenchel, Aya Fujita, Evelin Genova, Antonio Ruiz Gimenez, Andrea Jordá und Iro Psychari. Gemeinsam gesungen wird auch. »Einfach frisch von der Seele weg«, so Nike Schmitka.

Die nächste Veranstaltung: Am 30. Juni, 16 Uhr, und am 1. Juli, 10.30 Uhr heißt es im Tor 6 Theaterhaus »Fliegen & Fallen« mit Florian Bilbao und Rafal Sziemidok. Geeignet ist die Veranstaltung für Kinder ab zwei Jahren. Am 1. Juli folgt das ab 18 Uhr das Singfest in der Altstädter Nicolaikirche. Bis 22 Uhr sorgt das Publikum selbst für die Musik.

Informationen zu allen Veranstaltungen gibt es unter

www.klangfestival-bielefeld.de

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.