Amt für Verkehr stoppt Ausschreibung und wartet auf den Stadtbahnbau im Jahr 2024 Keine Sanierung der Elbeallee

Bielefeld (WB). Die Elbeallee wird vorerst nicht saniert, das Ausschreibungsverfahren wurde gestoppt. In einem Erörterungstermin mit Bezirksbürgermeister Lars Nockemann hat Jörg Lichtenberg vom Amt für Verkehr darüber informiert. Trotzdem soll es bald Verbesserungen im maroden Straßennetz des Stadtbezirks geben.

Von Peter Bollig
Löcher, Risse und Flicken im Asphalt der Elbeallee – wie hier in Höhe des Neubaus am früheren Matthias-Claudius-Haus – stören schon lange die Autofahrer. Die geplante Sanierung wurde gestoppt, die Stadt will Problemstellen aber beseitigen.
Löcher, Risse und Flicken im Asphalt der Elbeallee – wie hier in Höhe des Neubaus am früheren Matthias-Claudius-Haus – stören schon lange die Autofahrer. Die geplante Sanierung wurde gestoppt, die Stadt will Problemstellen aber beseitigen. Foto: Peter Bollig

»Man darf mit der Sanierung der Elbeallee nicht bis 2024 warten, wenn die Stadtbahnlinie 1 kommt«, forderte Nockemann mit Verweis auf den Flickenteppich im Asphalt und zahlreiche Beschwerden der Bürger. Aber genau die Pläne des Verkehrsbetriebs Mobiel, die Stadtbahnlinie 1 über die Elbeallee durch Sennestadt zu führen, bremsen die geplante Straßensanierung aus. Im Zuge des Stadtbahnbaus würde die Straße ohnehin überplant, eine Sanierung wenige Jahre vorab sei daher nicht sinnvoll. »Man darf da kein Geld verbrennen«, sagte Bezirksamtsleiter Eberhard Grabe. Und Lichtenberg betonte die Signalwirkung: »Wenn wir die Elbeallee sanieren, könnte das als Zeichen gedeutet werden, dass wir gegen eine Stadtbahnverlängerung seien.«

Travestraße wird nach den Sommerferien erneuert

Trotzdem soll der Zustand der Elbeallee verbessert werden. Deren Kanäle wurden unlängst erneuert – mit der Folge, dass die Asphaltschicht an vielen Stellen ein Provisorium ist. Fugen und Löcher, holprige Übergänge an Kanalschächten verärgern seitdem die Autofahrer. Jörg Lichtenberg versprach, dass schadhafte Stellen ausgebessert, sogar ganze Teilstücke im Belag gefräst und erneuert werden. Aber es werde eben nicht die geplante geschlossene Decke auf dem gesamten Stück der Elbeallee zwischen Senner Hellweg und Ramsbrockring geben. Die hätte rund 300 000 Euro gekostet, nun gebe die Stadt nur einige zehntausend Euro aus.

Allerdings unterbleibt auch die geplante Erneuerung und damit der behindertengerechte Umbau der Bushaltestellen an der Elbeallee. Lichtenberg geht davon aus, dass durch den Stadtbahnbau etliche Bushaltestellen entfallen.

Kurz vor dem Start stehen unterdessen die Sanierungsarbeiten an der Travestraße. Die Ausschreibung läuft, nach den Sommerferien sollen die etwa zehnwöchigen Arbeiten beginnen. Geplant sind nacheinander drei Bauabschnitte: Von der Elbeallee bis zum Parkplatz am Hallenbad, vom Hallenbad bis Höhe Minigolfplatz und von dort bis zur Rheinallee. Die Busse werden über Rhein- und Elbeallee umgeleitet. Baukosten: etwa 500 000 Euro. Dafür werden die Deckschicht und Teile des Unterbaus erneuert.

Planungen für den Senner Hellweg laufen

Auch der Senner Hellweg steht schon lange auf der Prioritätenliste. Zwischen Lämershagener Straße und Rheinallee ist der Kanal erneuert worden, dort muss nur noch die Decke – bisher ein Provisorium – wieder hergestellt werden. Für den Abschnitt zwischen Rheinallee und Waldfriedhof laufen Jörg Lichtenberg zufolge die Planungen. Geklärt werden müsse noch, ob auch Versorgungsleitungen erneuert und Radwege oder nur Radfahrschutzstreifen angelegt werden sollen. Die Mittel, etwa eine Million Euro, sind für 2017 und 2018 im Haushalt eingeplant. Für die Arbeiten an Senner Hellweg und Travestraße kommen auf die Anlieger voraussichtlich Kosten zu.

»Problembehaftet« ist nach den Worten von Lichtenberg auch die Vennhofallee, auch weil es an einem tragfähigen Unterbau fehle. Daher wäre dort ein Komplettausbau notwendig. »Der«, bedauert Jörg Lichtenberg, »ist derzeit aber nicht geplant.«

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