Staatsanwaltschaft erhebt Anklage in sechs Fällen – Vorgeschichte mit pikanten SMS-Nachrichten? Chef soll Praktikantin vergewaltigt haben

Bielefeld (WB/HHS). Ein 38-jähriger Unternehmer aus Bielefeld muss sich seit Montag vor dem Landgericht wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verantworten.

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Symbolfoto. Foto: dpa

Staatsanwältin Kyra Zielesch klagt ihn an, sich im Jahr 2011 insgesamt sechsmal an einer damals 17-Jährigen, die in seinem Unternehmen ein Praktikum absolvierte, vergangen zu haben. Die Vorwürfe reichen von unsittlichen Berührungen im Firmenwagen bis zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr in einer Lagerhalle und Oralverkehr. Nach Angaben der Anklagevertreterin alles gegen den Willen der heute 22-jährigen Frau.

Vor der zweiten großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Thorsten Bolte sagte der 38-Jährige aus, während des Praktikums nicht mit dem Mädchen allein gewesen zu sein. Gleichwohl räumte er ein, schon zuvor ein pikantes Verhältnis mit der 17-Jährigen eingegangen zu sein. Nachdem er sie während eines Volksfestes kennengelernt hatte, habe er regelmäßigen SMS-Kontakt mit dem Mädchen gehabt.

Kurzmitteilungen mit eindeutig sexuellen Charakter

Zunächst sei es darin lediglich um Informationen rund um das damals bereits verabredete Praktikum gegangen, später hätten die Kurzmitteilungen eindeutig sexuellen Charakter gehabt, seien auch entsprechende Fotos der Beteiligten ausgetauscht worden, jeweils eins in jede Richtung. Zu gemeinsamen Treffen, geschweige denn zu Körperkontakt sei es aber nie gekommen.

Der 38-Jährige habe die SMS-Nachrichten schließlich eingestellt, weil seine Ehefrau dahinter gekommen sei. »Trotzdem wollte sie sich mit mir treffen«, sagte er. Und als er das ablehnte, habe sie sogar gedroht: »Du wirst noch sehen, was Du davon hast.«

Die 22-Jährige ist am Montag als Zeugin vor Gericht erschienen und wurde zum Schutz ihrer ­Intimsphäre unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen. Der Prozess wird Dienstagvormittag fortgesetzt.