OWD-Anwohner fordern mehr Lärmschutz Stadt sieht keinen Anlass für neue Blitzer

Bielefeld (bp). Anwohner des Ostwestfalendamms in Gadderbaum und Quelle fordern seit Jahren mehr Lärmschutz bis hin zum nächtlichen Tempolimit unter die heute geltenden 80 Stundenkilometer ab 22 Uhr.

Stadt sieht keine Notwendigkeit für neue OWD-Blitzer.
Stadt sieht keine Notwendigkeit für neue OWD-Blitzer. Foto: Starke

In der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz am Dienstag werden all’ diese Wünsche in einem Antrag, der zur Kenntnis genommen werden soll, verworfen. Einzig neue Werte aus Verkehrszählungen des Jahres 2015 sollen für eine Berechnung des Verkehrspegels zu Grunde gelegt werden. Die letzte Erhebung stammt aus dem Jahr 2010, als die A 33 noch nicht frei gegeben war.

Auch für eine Ausweitung der Geschwindigkeitsüberwachung auf dem OWD, so das städtische Amt für Verkehr, gebe es zurzeit »keine Rechtsgrundlage«. Eine derartige Überwachung dürfe nur an Gefahrenstellen erfolgen und als solche gelte der OWD zwischen den Anschlussstellen Quelle und Südring eben nicht. Mobile Messungen im fließenden Verkehr seien, so die Polizei, zu gefährlich für die Beamten, die dafür eingesetzt werden müssten.

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat vom 18. bis 20. März gemessen, wie schnell auf dem OWD Richtung Quelle gefahren wird. Dabei sei heraus gekommen, dass 55 Prozent der Autos schneller als mit Tempo 100 (zulässige Höchstgeschwindigkeit) unterwegs sind; die meisten von diesen Fahrern (85 Prozent) sind mit Tempo 110 unterwegs, der Spitzenwert habe bei 181 Kilometer pro Stunde gelegen.

Die Wählergemeinschaft Bürgernähe fordert neue Lärmberechnungen, die auf einer neuen Verkehrszählung beruhen, will deshalb eine Dauerzählanlage. Martin Schmelz (Bürgernähe): »Nur eine Dauerzählanlage, kombiniert mit einer Geschwindigkeitsüberwachung, bietet eine fundierte Grundlage zur Ermittlung der Lärmbelastung der Anwohner des OWD.« Er wirft der Stadt vor, sich immer noch an Lärmschutzrichtlinien aus dem Jahr 1981 zu orientieren. Diese Regelung sehe einen Pegel von 70 Dezibel tagsüber und 60 Dezibel nachts vor. Schon eine Pegelminderung von drei Dezibel sei aber für die Betroffenen hörbar. Schmelz: »Fortschrittliche Straßenverkehrsbehörden orientieren sich an strengeren Grenzwerten mit 59 Dezibel tagsüber und 49 Dezibel in der Nacht.«

Die Stadt verweist darauf, dass sie im fraglichen Bereich sowohl eine Lärmschutzwand von bis zu sechs Meter Höhe habe errichten lassen wie auch passiven Lärmschutz (Schallschutzfenster) gewährt habe. Der Landesbetrieb Straßen sehe zudem keinen Anlass zum Einbau von lärmarmem Asphalt im südlichen Abschnitt des OWD – ebenfalls eine Forderung der Anwohner. Die Stadt setzt jetzt vielmehr darauf, dass mit dem Lückenschluss der A 33 Ende 2017 die Verkehrsbelastung des OWD zurück gehen werde. Dann solle der Lärmpegel überprüft werden.

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