Ungewöhnlicher Fall im Tierpark Olderdissen: 14 Tiere aus Stall entwendet Kaninchen als Schlangenfutter gestohlen?

Bielefeld (WB). Im Heimattierpark Olderdissen hat es einen seltsamen Diebstahl gegeben. Vor knapp zwei Wochen haben die unbekannten Täter sieben Kaninchen und sieben Meerschweinchen gestohlen. Der schlimme Verdacht: Sie könnten als Lebend-Futter für Schlangen dienen.

Von Hendrik Uffmann
Ebenso wie diese Zwergkaninchen in Olderdissen waren die Tiere, die nun gestohlen worden sind, erst vor wenigen Wochen geboren worden. Vermutlich nachts wurden sie aus ihrem mit einem massiven Vorhängeschloss gesicherten Stall entwendet.
Ebenso wie diese Zwergkaninchen in Olderdissen waren die Tiere, die nun gestohlen worden sind, erst vor wenigen Wochen geboren worden. Vermutlich nachts wurden sie aus ihrem mit einem massiven Vorhängeschloss gesicherten Stall entwendet. Foto: Hans-Werner Büscher

Denn eine Woche nach den Diebstahl der Tiere fanden Mitarbeiter des Tierparks in dem Gehege die Haut einer Kornnatter, die diese bei der Häutung abgestreift hatte – möglicherweise eine Botschaft der Täter. »Sollte das ein übler Scherz sein? Oder ein Hinweis darauf, was mit den Meerschweinchen und Kaninchen geschehen ist?«, fragt Tierpark-Leiter Herbert Linnemann. » Sollte dies der Fall sein, so sei dies »widerlich«.

Am Montagmorgen, 18. April, hatte Reviertierpflegerin Louisa Schmidt bei der routinemäßigen Zählung entdeckt, dass in dem Gehege in der Nähe des Spielplatzes jeweils sieben Zwergkaninchen und sieben Meerschweinchen fehlten – alles Jungtiere, die erst vor wenigen Wochen geboren worden waren. »Gestohlen worden sein müssen sie während des vorherigen Wochenendes, von Freitagabend bis Montagmorgen«, sagt Linnemann.

Dietrich benutzt?

Er geht davon aus, dass die Diebe nachts zugeschlagen haben, wenn die Tiere in den verschlossenen Käfigen sind, um sie vor Raubtieren wie Füchsen oder Mardern zu schützen. Das Seltsame: An den Käfigen, die aus mit Maschendraht bespannten Holzrahmen bestehen und mit einem kräftigen Vorhängeschloss gesichert sind, gibt es keine Beschädigungen oder Einbruchsspuren.

»Wir wissen nicht, wie die Täter an die Tiere gelangt sind«, so Linnemann. Er hält es aber nicht für ausgeschlossen, dass die Diebe einen Dietrich benutzt haben, um die Schlösser ohne Gewalt zu öffnen.

Schlangenhaut entdeckt

Am vergangenen Montag dann entdeckten die Tierpfleger die etwa 1,50 Meter lange Schlangenhaut genau in dem Kaninchenstall, aus dem die Jungtiere gestohlen worden waren. Dass es eine freilebende Kornnatter war, die die Kaninchen und Meerschweinchen erbeutet hat, sei aus mehreren Gründen ausgeschlossen, sagt Herbert Linnenmann.

»So viele Tiere könnte sie auf einmal niemals erbeuten. Außerdem käme sie mit einem Kaninchen im Bauch nicht mehr durch die engen Maschen des Stalls.« Vor allem aber sei es noch viel zu kalt, als dass Kornnattern schon jetzt nach dem Winterschlaf wieder aktiv sein könnten. Und für eine Häutung sei es auch die falsche Jahreszeit.

Ein Novum

Für denkbar hält Linnemann deshalb, dass die Diebe die gestohlenen Tiere als Schlangenfutter verwendet haben oder verwenden wollen und eine Woche später die Schlangenhaut im Stall deponiert haben, um genau dies mitzuteilen.

Bei Privat-Verkäufen von Kaninchen, weiß Linnemann, würden die Besitzer meist eine Schutzgebühr von zehn Euro erheben, damit die Tiere nicht von Schlangenbesitzern als Futter verwendet werden. Für den Tierpark sei das Geschehen ein Novum: »So einen kuriosen Fall hatten wir bislang noch nie.«

Gesten erstattete Herbert Linnemann Anzeige bei der Polizei in dem Fall. Seine Hoffnung ist nun, dass sich der Fall unter Schlangenbesitzern herumgesprochen haben könnte und es nun Hinweise aus der Szene gibt. Wer Angaben zu dem Diebstahl machen kann, kann sich an die Bielefelder Polizei wenden unter Telefon 0521/54 50.

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